Juhuuu...*grinsel*
Dieser Gedanke spukt in meinem Kopf herum seit ich meinen Fuss auf die Erde gesetzt hab.

Ich bin davon überzeugt das es funktioniert, denkt man nur schon alle Urvölker. Die haben ja genau so gelebt und es gibt sie auf manchen Teilen der Erde immer noch. *zwinker*
Im Sommer vor zwei Jahren hatte ich die Schnauze endgültig voll von alle dem Materialismus und Nonsens im Alltag. Ich schnappte mir mit ein paar lieben Leuten zwei Zelte und ein paar Kochtöpfe, ein wenig Lebensmittel für den Anfang und ein Sackmesser und Beil. Voll bepackt machten wir uns auf den Weg. Wir fuhren los und schlugen unser Lager an einem zauberschönen Waldplatz im Hasliberg auf.
Und dann fing das Abenteuer an. *grinsel*
Wir mussten viel lernen am Anfang, vieles ging schief, vorallem als der erste Regen kam. Ich verfluchte zuerst die Zeltfirma die auf der Verpackung doch einen 100%igen Schutz vor Regen versprach. Doch nach kurzen Hitzewallungen musste ich ab mir selber lachen - welcher Depp will auch für zwei Wochen im Wald leben und meinen mit nem Zelt isses gemacht. *chch*
Schliesslich gibt uns Mutternatur doch alle Mittel zu richtigen sicheren und gemütlicheren Behausungen als eine gespanntes Plastiktuch. hihihi....
Nun, wir hatten schnell gelernt und schliesslich unsere eigenen Hütten gebaut aus allem möglichen. Reisig, Baumstämme, Blätter und "Bäbätsch" aus dem Bach, knappe 100 Meter neben unserem Lager....
Ich übernahm die Nahrungssuche sowie die Zubereitung. Ich liebte es den ganzen Tag im Wald herumzustreifen und Beeren, Wurzeln und Blätter zusammeln. Auf einer längeren Wanderung fand ich Amarantsamen sowie ein Getreidefeld wo ich ein paar Ähren mitgehen liess.
So ernährten wir uns von Salaten aus Kräutern wie Brennessel, Löwenzahn, Sauerampfer, Margriten usw. Sowie gekochten Wurzeln, daraus gezauberte Gratins (mit den wenigen anderen Lebensmittel die wir mitgebracht hatten zusammengeschustert) und dank dem Getreide backten wir sogar Fladenbrot. *lächel*
Es war eine wundervolle Zeit. Waschen sowie Trinkwasser bezogen wir vom Bach (Das Wasser kochten wir einfach über dem Feuer ab) und Holz gab es in Hülle und Fülle.
Messer sowie Beil jedoch war unsere Rettung. Ohne diese Werkzeuge wären wir nicht weit gekommen.

Aber muss gesagt sein, dass wir natüterlich auch noch Luxusgüter bei uns trugen, die das Leben im Wald erleichtert hatten. *hüstel* Naja, so zum Beispiel Milch (am Anfang unserer Waldzeit) oder ein paar Eier, weniges Gemüse, Decken usw...Ohne diese Mittel wäre es viel schwieriger gewesen Fuss zu fassen. Doch im Nachhinein muss ich sagen; das nächste Mal werd ich sicher weniger mitnehmen. Denn man kann alles kompensieren. Am Schluss bezogen wir Milch und Eier bei einem Bauern, ein Fussmarsch von 1,5 - 2 Stunden entfernt. Dieser war völlig überrascht von unserer Geschichte zu erfahren und war total begeistert.
Nun, ich würde sagen nach zwei Wochen leben im Wald kann man noch nicht richtig sagen wie's dann wäre auf die Dauer, wenn die Jahreszeiten wechseln oder mit Tieren und co. Doch bin ich sicher das es funktioniert. Wie gesagt, es ist eine Egofrage. *zwinker* Auf wie viel bist du bereit zu verzichten? Und wie weit kannst du gehen, dir gegenüber? Wo ist deine Schmerzgrenze?
So dumm das klingt, aber auch innerhalb dieser kurzen zwei Wochen lernte ich in gewisser Weise ab und an meine Grenzen kennen. So zum Beispiel ganz banale Dinge - Kaffee?!!*kreisch* Am Anfang war das völlig okeii, dann machte ich halt ein nettes Tee am Morgen. Doch mit der Zeit wars stupiderweise (ich verfluche unseren Lebensstandart) doch nicht so "easy", wie mans sich vorstellt. An so kleinen und unbedeutenden Stellen kamen alle mal vorbei und alle mussten sich selber eingestehen, verflucht wie luxuriös ich doch lebe!!
Aber die Natur zwei Wochen so intensiv zu erleben, so ehrlich. In Regen wie in strahlendem Sonnenschein. Von den Vögel am Morgen geweckt zu werden und am Abend mit dem Gezirpe der Grillen einzuschlummern, Lagerfeuernächte mit Gitarre und Trommel, körperliche Betätigung die auf grundsätzlichen Gründen wie Nahrungssuche beruht und mit dem Rhythmus der Mutter Erde und der Energie unseres Planeten zu leben und zu lauschen/spüren...Ich fühlte mich zum ersten Mal richtig zu Hause, seit ich auf diesem Planeten lebe. Es kam mir zum ersten Mal annähernd echt und real vor, was ich lebe. Ich fühlte mich zum ersten Mal richtig zugehörig, konnte zu dem stehen was ich sah und lebte und fühlte mich geborgen.
Nun, um noch auf die rechtliche Frage zu kommen. Ich hab mich da ein bisschen erkundigt und festgestellt, dass so was riiesige Probleme geben kann. Schon nur Mal mit der Standortbestimmung.
Wir hatten einen zaberhaftlieben Förster (Quelle Chance!) der unser Vorhaben nur unterstützte. Er fand dies sei eine wundervolle Idee. Doch aus rechtlichen Gründen musste er trotzdem eine verantwortliche Person haben, die Personalien aufnehmen und unsere Aufenthaltszeit wissen. Damit er, wenn wir etwas nicht richtig hinterliessen, eine Bezugsperson für allfällige Beschwerden hätte. Es kam nie dazu, dass ich von ihm mal was hörte, aber ich fand das eigentlich auch völlig okeii. Er hätte da ganz anders reagieren können...
Was so Steuer, Einwohneramt usw betrifft. Ich weiss nur von Kollegen mit einer Jurte die sich einfach immer, gerade dort wo sie für längere Zeit sind, sich bei nahegelegenen Bauernhöfe anmelden (auf der Gemeinde) und so das EInwohneramt beruhigen sowie die Post trotzdem erhalten. Steuern weiss ich gar nicht mehr wie sie das handhaben...Auf jeden Fall haben sie als Versicherung die für Bienenhäuser, sprich für portable kleine Behausungen wie Bienenhäuser und Hundehütten. *grinsel*
Sodeliisooo...Ende meines Berichts. *ufff*
Knuddelfelii Morgaine le Fay