tatsächlich ist es so, dass heute der lohn des vaters oft nicht mehr ausreicht, um die ganze familie zu ernähren. das finde ich bedenklich, weil sich viele frauen gezwungen fühlen, ebenfalls geld zu verdienen. zudem ist es in unserer gesellschaft hoch angesehen, wenn eine frau es schafft, karriere, kind(er)/familie, hobbys, freunde, fitness-center,... unter einen hut zu bringen, was wohl auch einen zusätzlichen druck schafft. je länger je mehr habe ich eher mehr achtung vor jenen frauen, die voll und ganz mutter und hausfrau sind. wow.
ich bin nicht dagegen, dass eine frau ebenfalls einen (teilzeit)beruf ausübt. ich habe es doch schon einige male erlebt, dass eine frau ihren beruf total aufgegeben hat für die familie und irgendwann ging die beziehung/ehe zu ende und die frau hatte den anschluss ans berufsleben verpasst, resp. es war schwierig, wieder einen einstieg zu finden. so schneiden sich wohl auch viele frauen ins eigene bein, wenn sie, was eigentlich schön ist, total für die familie da sind. und das ist eben heute, wo scheidungen so selbstverständlich sind, erst in diesem ausmass möglich.
seit ich ein kind habe, werde ich diesbezüglich konservativer. ich verstehe je länger je mehr, dass diese "klassische rollenverteilung" (der mann verdient das geld und schafft somit einen sicheren rahmen, in welchem die familie leben kann, die frau bleibt zu hause, betreut die kinder, und schafft zu hause den einladenden rahmen eines gepflegten hauses) eben doch sinn macht. und dass man zu dem zeitpunkt, wo man mit einem partner ein kind bekommt, so weit sein sollte, eben für die familie da zu sein und mit diesem partner zu leben und nicht bei kleinen problemen davonzulaufen oder wenn man mit einer neuen bekanntschaft mal eben ein bisschen verliebtes kribbeln spürt. es ist auch möglich, an sich selbst und einer beziehung zu arbeiten und gemeinsam durchgestandene krisen können auch zusammenschweissen, vertrauen schaffen. (obwohl ich zugeben muss, dass es bestimmt situationen gibt, in denen eine (räumliche) trennung, vielleicht auch nur vorübergehend, für die beziehung gesünder ist und dann evt. mehr energie/zeit/raum für die kinder bleibt, was zuvor in streitereien verloren ging... manchmal hilft auch räumliche distanz, den zugang zur liebe zum partner zu bewahren und nicht durch schwierigkeiten im zusammenleben ersticken zu lassen.)
nichts dagegen habe ich, wenn beide elternteile teilzeit arbeiten und es sich so einrichten, dass das kind/die kinder hauptsächlich bei den eltern aufwachsen, und nicht schon von anfang an in die krippe gebracht werden.
beispiel: kürzlich hatte ich ein kurzes gespräch mit einer frau, die in der nähe von mir wohnt und ein kind hat, das erst einige monate alt ist. sie arbeitet 100% und erzählte, sie sehe ihr kind manchmal nur zehn minuten am tag! ich konnte das fast nicht glauben. das kind ist den ganzen tag in der krippe. ich denke, dass kind fühlt sich wirklich nicht willkommen auf dieser welt, was bestimmt dadurch verstärkt wird, dass die mutter das kind nicht stillt.
eine andere mutter traf ich kürzlich, die erzählte, dass ihr baby ständig schreie. sie hatte gerade zwei wochen ferien, und da ging es super. sie arbeitet ebenfalls 100%. ich legte ihr nahe, das arbeitspensum zu reduzieren, dem kind fehle offenbar die mutter. von stillen ist hier wohl ebenfalls keine rede.
die beziehung zum vater wird, so glaube ich, oft unterschätzt, doch spielt sie womöglich mit zunehmendem alter eine zunehmende rolle. nur schon wegen des stillens ist die wichtigste person bei einem säuglich doch die mutter. je nach situation, denke ich, kann es durchaus lässig sein, wenn das kind ab einem gewissen alter einen oder zwei halbe tage pro woche in der kinderkrippe mit anderen kindern verbringt. je nach dem lebt man in einer gemeinschaft, wo man sich die kinderbetreuung teilen kann oder die grosseltern sind noch fit und sind vielleicht pensioniert oder selbständig/können sich die arbeitszeit einteilen oder arbeiten zu anderen zeiten als die eltern und wohnen nicht zu weit weg und verbringen gerne zeit mit ihren enkeln. irgendwann sind die kinder ja auch im kindergarten und später in der schule, sodass je nach dem einige stunden zeit zur berufsausübung entstehen. ich kenne allerdings auch frauen, die seit der geburt des kindes/der kinder keinen beruf mehr ausgeübt haben, selbst als die kinder ausgezogen sind. deren männer verdienen das geld und geniessen es, dass der haushalt immer gemacht ist, feines, selbstgemachtes essen auf dem tisch steht etc.
viele frauen, die sich die zeit nehmen, für ihr kind da zu sein, beantragen sozialhilfeleistungen, wenn der lohn des mannes nicht ausreicht für die ganze familie oder sie nicht verheiratet sind und der vater nicht bereit ist, der frau dafür geld zu bezahlen, dass sie die kinderbetreuung und hausarbeit übernimmt (was eigentlich so selbstverständlich sein sollte!), weil dies vielleicht die festgelegten mindestzahlungen laut unterhaltsvertrag übersteigt. nun ist es so, dass es bis zum vollendeten zweiten lebensjahr des kindes sogenannte "kinderbetreuungsbeiträge" gibt, die im gegensatz zu den üblichen sozialhilfeleistungen nicht zurückbezahlt werden müssen. der witz an der sache ist, dass einem diese zahlungen nur dann zustehen, wenn man bereits mindestens ein jahr vor geburt des kindes im kanton (oder in gewissen fällen, glaube ich, sogar in der gemeinde) gewohnt hat. ist ein jahr abgelaufen, aber nicht schon vor der geburt des kindes, steht einem dieses geld nicht zu. zieht man wieder in den kanton, in dem man ein jahr vor geburt des kindes gewohnt hat, steht einem dieses geld ebenfalls nicht zu! so viel ich weiss, ändert dieses gesetz ab 1.1.2012. das aktuelle gesetz diesbezüglich finde ich echt idiotisch. sind es nicht gerade diejenigen familien, bei denen ein kind vielleicht nicht geplant war (was nicht heisst, dass es nicht gewollt war!), wo es vorkommt, dass mutter und vater nicht bereits zusammenwohnten und durch das zusammenziehen ein wohnkantonswechsel vorkommt? und kommt das nicht insbesondere bei familien vor, wo mutter und vater vielleicht nicht top-karriere-leute sind und finanziell vielleicht eher knapp dran sind? aber das gesetz soll ja ändern... nimmt mich wunder, wie es dann ausschaut.
The Dude hat geschrieben:idä "underschicht", wo schind dänn eifach dä ganz tag vor dä glotze hockt well d'eltere eifach ignorante sind und scho mit sich sälber zvill ztue händ...
harte worte. aufgrund der mir zur verfügung stehenden gelder gehöre ich wohl auch zur unterschicht (obwohl wir in einem haus mit garten wohnen, was jedoch nur dank lebensgemeinschaft funktioniert), kann mir also gar keinen fernseher leisten und selbst wenn ich es könnte, hätte ich keinen. ein kind ist die beste gelegenheit, sein ego nicht mehr so wichtig zu nehmen. klar habe ich auch meine themen, an denen ich arbeite. mir ist es jedoch wichtig, dass meine tochter an allererster stelle kommt. aber vielleicht bin ich ja zu ignorant, zu merken, dass sie zu wenig beachtung erhält...
The Dude hat geschrieben:i die wält wi si zur ziit so gfüehrt wird, machts eigentli kä grosse sinn für mich äs chind z'setze....
ich kenne mehrere leute, die so denken. schade, finde ich. genau deshalb (weil die welt eben so geführt wird) finde ich nämlich, dass es wichtig ist, wenn menschen kinder bekommen, die ihren kindern viel liebe mit auf den weg geben können. eltern, die ihren kindern zeigen, wachsam, kritisch, mit offenem herzen durchs leben zu gehen. nicht nur eltern, die ihre kinder vor den fernseher setzten oder kinder als statussymbol haben.
nexus hat geschrieben:überlege öbd ime jahr ski- oder summerferie machsch
bei vielen kommt weder noch in frage... da tuts auch der see, in dem man baden kann. oder die wiese, auf der man schneemänner und -frauen bauen kann.
ich bin ehrlichgesagt auch für grosszügigere kinderbetreuungsbeiträge (zahlungen, die nicht zurückbezahlt werden müssen) ohne die bestehenden gesetze. für tiefere steuern für nicht so gut verdienende familien. für mehr finanzielle unterstützung für alleinerziehende.
am wichtigsten finde ich, das wohl der kinder im fokus zu behalten, den kindern zu zeigen, dass sie wichtig sind, dass wir sie lieb haben, dass wir zeit für sie haben, auch zeit, ihre tausend fragen zu beantworten, zeit, mit ihnen blumenkränze zu basteln, zeit, mit ihnen sandkastenkuchen zu backen, viel liebe und vertrauen, sicherheit, geborgenheit, gemeinschaft.
p.s.
http://www.cedricwermuth.ch/blog/frauenbild110106