Was für eine Nacht - was für ein Tag.
Ich hol mal etwas aus *smile*
Nachdem ich tags aufgrund von Terminen einfach keinen Schlaf fand, legte ich mich um 18 Uhr mal endlich mal hin und wurde glücklicherweise von Amanita geweckt, die extra nach Schaffhausen fuhr, um das zu vollbringen - nur dank ihr schafften wir es tatsächlich noch vor zwölf in Bülach anzukommen. Das Mondlicht schimmerte durch die stillen Strassen, wir fanden schliesslich den Eingang in den Wald, der auf der Landkarte so viel grösser ausgesehen hat.
So waren wir leicht überrascht, als wir nach wenigen Minuten bereits vor dem Eingang standen. Schon da wurden wir von einer Welle des Vertrauens erfasst, was uns Mut gab, denn im Dunkeln erkannten wir noch nicht viel. Mit Lachs gestärkt, machten wir uns auf die Suche nach Bier... und fanden viel mehr: Zauberhäxli, und sie machte uns sogleich mit dem mir bereits aus früheren Real Life Gesprächen bekannten Zauber-Fisch, dem Initiator bekannt, die Zufälle der vorhergehenden Nacht schienen kein Ende zu nehmen.
Darauf folgten Jürg, Saphira, Psychobella, Handtuch, Melliandra, Häxli - und meine erste Schüchternheit war schnell verflogen. Wir sprachen über die Farbe von Smaragden, deren Namen uns einfach nicht einfallen wollte; wir sprachen über Thailand und die Rückkehr; zwei sprachen über Schönheit; und währenddessen tanzte ich durch netterweise offerierten Tee mit "etwas" Schnaps (ähem) zu den gerade so treibenden Klängen, die durch den Wald hallten.
...und beckleckerte mich auch noch mit Kaffee, was meiner Schönheit und Eitelkeit natürlich einen derben Fleck verpasste.
Der Bewegungsmoment brachte mich wieder zum Eingang, erneut ein Gespräch über das Reisen, das Schicksal nahm offenbar unbeirrt seinen Lauf. Zwischendurch wollte ich Feuerholz sammeln, gab mich jedoch geschlagen: also entweder war es zu dunkel, oder ich zu betrunken, doch es schien mir, als wäre der Wald geradezu leer, was Holz angeht. In einem Dickicht aus Dornen fand ich dann einen gefällten Baum, der bereits vorgesägt war, die Ausbeute war jedoch etwas mager und feucht, und so verursachte ich wohl mehr Rauch als Feuer, jedenfalls im Anfang.
Zwischendurch schaute ich mal in der Hütte vorbei und traf dort zwischen Tür und Angel auf einen Freund von Musik, die ich nicht kannte, - ah da fällt mir ein, ich wollte mir das ja noch anhören. (Youtubeaufstart) Sie war regelrecht begeistert, mir davon zu erzählen.

So viele Menschen, alle mit eigenen Geschichten, einem eigenen Universum, so vielfältig sind sie und nie zu durchschauen, nein statt durch die anderen hindurchzugucken, ist es angenehmer einander zu erkennen. Und anzuerkennen, was andere bewegt.
Nun war an der Zeit das Zelt aufzuschlagen, und irgendwie hat das sogar geklappt. so langsam kam die Müdigkeit über mich und so legte ich mich hin, im Halbschlaf telefonierte ich noch mit Satropa und wusste, dass sie demnächst eintrifft, da schlief ich ein. Am nächsten Tag erst mal Kaffee, und ein Gespräch mit Melliandra - endlich auch einmal in der 3D Welt, hat mich sehr gefreut mit Dir über alte Zeiten zu sprechen.
Dann noch etwas mehr Bier. Und schliesslich, um das ganze etwas abzurunden, noch etwas Bier. Ich glaube den Zustand nennt man "total blau", wenn man nicht mehr betrunken wird, sondern auf dem gleichen Niveau bleibt (oder sich das zumindest einbildet

) - den Gesprächen tat dies keinen Abbruch, und da traf ich @Fire
Er erzählte mir wiederum von Reisen, er erzählte mir von Indien, von Thailand, von Mexico, er gab meinen Gedanken und Träumen Nahrung, und gab mir damit wichtige und wertvolle Entscheidungsgrundlagen, dieses Gespräch wird mir noch in vielen Jahren in Erinnerung bleiben, wohin mich mein Weg auch führt. Dafür danke ich Dir - von Herzen.
Zurück beim Zelt wollte ich gerade davon erzählen, da überkam mich von einem Moment auf den nächsten eine Melancholie ungekannten Ausmasses (das heisst ich hatte das schon so fast auf jeder Party mindestens einmal), und ich musste einfach mal kurz weg, musste hinein in den Wald, kein Fallen Angel sein, sondern einfach nur ich, kein Suchender, sondern einfach nur ich selbst, niemand der Pläne schmiedet und sie umsetze, sondern einfach der, der ich bin.
Da lief ich in den Wald kam an eine Kreuzung (so à la Celestine) und sah dass der eine Weg zwar silbrig glitzerte, und doch der andere Weg - so grün - viel mehr Aussagekraft hatte. Kurz darauf kam ich an ein Tor - dahinter ein Halbkreis aus Holz, wie in einem philosophischen Zirkel - dies allein war schon mystisch und magisch, im hellen Sonnenlicht, in einem herbstlichen Wald, wo Frühling, Winter und Herbst sich mischten, und ich ging durch das Tor hindurch und sah - was wiederum einfach unglaublich war: ein Räucherstäbchen brannte dort, und nicht schon lang, sondern gerade eben entzündet, als hätte der Wald diesen Kreis und das Räucherstäbchen geradewegs erschaffen, für diesen Moment. Da war ich erstmal baff und setze mich.
Und wie aus dem Nichts tauchte plötzlich eine gute Fee auf, und wollte mir helfen, doch und sie spürte, noch bevor ich das tat, dass ich allein sein musste. Danke für Deine Worte, Du hast genau das Richtige gesagt in diesem Moment, um mich noch näher zu mir zu bringen, oder zu meiner Seele. Tut mir leid, falls ich abweisend gewirkt haben sollte, doch ich glaube, Du hast das nicht so aufgefasst, sondern mich verstanden, noch bevor ich selbst das konnte.
Und ich konnte mich dadurch tatsächlich verstehen: ich war so traurig, nein nicht traurig, melancholisch - weil ich spürte, dass ich Angst habe, vor den nächsten Schritten, ich war auch einfach nur ein Mensch, und all das bürgerliche Leben, die Sicherheit die es bietet, nunmehr zu verlassen, und allein auf eine Wanderschaft zu gehen, sei es räumlich oder innerlich oder beides, so viel mir vorzunehmen, und jetzt auch umsetzen zu wollen, in dem Moment, da spürte ich meine Schwächen, spürte, dass ich auch einmal schwach sein durfte. Und während ich diese Gefühle annahm, begann ich langsam meine Schwächen zu überwinden. Alte, verdrängte Gefühle, kamen auf, erschütterten mich. Danach war ich gestärkt, fühlte mich eins mit mir selbst, wie selten zuvor.
Als ich zurück kam, durch das Tor aus Efeu hindurch, da lief Sound, der entzückte, befreite und löste und es war gut. Die DJ's an diesem Sonntag spielten eine Musik, die zum tanzen-träumen-leben einlud und mein Körper zerfloss geradezu (böse Zungen mögen behaupten, es lag teilweise auch am Bier, lala) in diesen Klängen. Die Krönung war "öpper ander", dessen Klänge mich so sehr berührten und begeisterten, und mir Energie gaben. Die Lieder, die mich schon früher stets berührten, sie alle waren da, auf dieser Lichtung.
Den Rest muss ich euch vorenthalten, denn ich bin zu müde, und doch innerlich erfrischt, aber körperlich wirklich zu müde, um weiter zu erzählen. Die Bilder vom Sonntag sprechen für sich, und so möchte ich nunmehr meinen Bericht beenden:
Piraña, danke für diese Party, alle die dort waren, danke dass ihr diese Party so voller Innbrunst gefeiert habt - es war wunderschön, es war bedeutsam, es war eine von DIESEN Goas. Wiedereinmal Einzigartig. Hat mir sehr gefallen. Die Erinnerungen werden nie vergehen, sind nun ein Teil von meinem Leben. Ich hab mich gefreut euch alle (wieder) kennen zu lernen. In einer anderen Welt sozusagen.