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 Betreff des Beitrags: Ohne Alk bin ich nicht partytauglich
BeitragVerfasst: Mi 5. Apr 2017, 19:30 
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Da ich seit etwa fünf Monaten ein Psychopharmakum nehme, trinke ich seither keinen Alkohol mehr. Und siehe da: Ich hab keine Lust mehr auf Party oder sonstwie Ausgang.
Und ich glaube nicht, dass das nur damit zu tun hat, dass ich auch langsam auf die 30 zugehe und ruhiger werde.

Wenn ich mich zurückerinnere: In der Pubertät bin ich fast nie in den Ausgang. Hatte das Bedürfnis nicht. Erst mit dem Entdecken des alkoholischen Rausches, erkannte ich das Verheissungsvolle im Partyleben. Denn ohne Alkohol bin ich introvertiert, verkrampft, habe Angst vor grossen Menschenmengen, bin sehr lärmempfindlich, habe schnell genug von all den Leuten und bin (da ich keine anderen Drogen nehme) sowieso auf einem ganz anderen Level als die anderen Partyteilnehmer.

Das wurde mir schlagartig bewusst nach der Sylvesterparty (Raum der Zeit). Dort hatte ich nach rund 7 Stunden gestrichen die Nase voll. Zuviele Leute, zuviele Eindrücke, zuviel, von allem viel zu viel, so, dass es nur anstrengend ist.

Also ist Alkohol nicht nur ein Mittel für mich, unverkrampfter zu werden und meine Asperger-Eigenschaften für einige Stunden ablegen zu können, sondern auch ein Mittel, um meine Umgebungsfilter für eine gewisse Zeit ein ganzes Stück runterzudrehen.

Das ist echt eine wertvolle Erkenntnis. Auch erschreckend, zu merken, dass ich nur mit Alk ein Partymensch bin.
Aber womöglich geht das mehr Menschen so, als man denken würde...

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BeitragVerfasst: Do 6. Apr 2017, 06:54 
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weisst du... eigentlich war ich da verdammt stolz auf dich. du hast deine 0,0 eisern durchgezogen, obwohl so viele mit einem Bier rumliefen und laberten. du hast dich ernst genommen, bist dir treu geblieben, und so lange du so viel Vernunft an den tag legst, wie an jener Party, so lange stellt sich nicht die frage, ob du partytauglich bist... sondern, ob die Party deiner tauglich ist.

sieben stunden im Normalzustand in einer solchen Umgebung können eine halbe Ewigkeit sein crazyeye

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BeitragVerfasst: Mo 10. Apr 2017, 15:44 
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Das mag sein.

Aber welche Party wäre denn dann für mich geeignet? Im Grunde weiss ich die Antwort. Es gibt so kleine, feine, sehr freakige Mitmachfestivals mit mehrheitlich stromloser Musik. Das Mondsucht-Festival in Bubendorf ist so eins. Ich freue mich jedes Jahr wie ein Flitzbogen auf dieses kleine Hippiefestchen, aber leider fällt es dieses Jahr aus, weil sich die Wiese nach dem letzten verschifften Sommer noch nicht erholt hat.

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BeitragVerfasst: So 16. Apr 2017, 10:50 
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Du kannst auch Gleichgesinnte suchen, dann bist du auf ner Party nicht allein&der Aspekt der Gemeinsamkeit bekommt wieder eine Bedeutung, denn neben der Musik geht man ja auch deshalb an eine Party, also ich zumindest. Und meine Erfahrung ist, eine Party wird immer besser, je mehr Leute nüchtern sind, vor allem auf Alk trifft das zu. Ich bin sofort dabei&eh regelmässig nüchtern an Partys.


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BeitragVerfasst: So 16. Apr 2017, 19:44 
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neelix kommt ans bm 8-[

(so ziemlich der einzige party-Sound, den ich noch nüchtern ertragen könnte :-D )

;) ;) ;) ;)

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BeitragVerfasst: Mi 26. Apr 2017, 16:05 
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FTisch hat geschrieben:
Du kannst auch Gleichgesinnte suchen, dann bist du auf ner Party nicht allein&der Aspekt der Gemeinsamkeit bekommt wieder eine Bedeutung, denn neben der Musik geht man ja auch deshalb an eine Party, also ich zumindest. Und meine Erfahrung ist, eine Party wird immer besser, je mehr Leute nüchtern sind, vor allem auf Alk trifft das zu. Ich bin sofort dabei&eh regelmässig nüchtern an Partys.


Ich finde KEINE Gleichgesinnten an Parties. Meine Spezies ist so selten, dass vielleicht jeder 200. so tickt wie ich.

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BeitragVerfasst: Mi 26. Apr 2017, 19:30 
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Dragonfly hat geschrieben:
Tagebuch eines Kleintierhalters: Bericht Nr. 1: Der Murks

Einführung:
2012 ist seit mehr als 5 Jahren vorbei. Im Zuge der weltweiten Umstrukturierung durch die galaktische Föderation befinden sich zur Zeit ca. 3 000 000 extraterrestrische Lebensformen auf dem Planeten Erde. Zwei Drittel davon sind Haustiere. Die galaktische Föderation hat zu diesem Thema einen umfassenden Führer herausgegeben, wohl wissend, dass der Mensch das Bedürfnis hegt, Tiere jeglicher Art zu züchten, beobachten, hegen und pflegen. Dies soll dem Menschen die Möglichkeit geben, sich mit einigen der Lebewesen aus den 200 000 Sternennationen, die der galaktischen Föderation angehören, vertraut zu machen. Das Aussetzen dieser Wesen ist jedoch aufgrund des fragilen Ökosystems auf dem Planeten Erde strikte untersagt.

14. April 2018
Das Paket ist angekommen. Es ist sehr klein und quadratisch. Es enthält einen perfekt kubischen Stein (Kantenlänge 3 cm), aus dem, wie auf dem mitgelieferten Merkblatt zu sehen ist, nach spätestens drei Tagen ein Murks schlüpfen soll.

16. April 2018
Der Murks ist geschlüpft. Das Wesen ist kugelrund, gross wie eine Erbse und hat grosse, niedliche Kulleraugen. Negativpunkt: Es kann sich nicht bewegen und hat dauernd Hunger. Ich habe eher das Gefühl, es mit einer Pflanze zu tun zu haben, die ohne Erde leben kann.

17. April 2018
Der Murks hat heute einen ersten Laut von sich gegeben. Es handelte sich dabei um ein leises, hohes "määääk". Dazu hat er mich mit seinen Kulleraugen verwundert angeglotzt. Gehen kann er immer noch nicht.

19. April 2018
Habe entdeckt, dass der Murks rohe Eier mag.

23. April 2018
Der Murks ist seit ich ihn habe mindestens doppelt so gross geworden. Sein Gemääke hält mich vom Schlafen ab. Eier kann er mittlerweile mit seinem Mund selber aufmachen. Fazit: Er ist niedlich, aber mühsam.

25. April 2018
Das Wachstum dieses Wesens ist unglaublich. Er hat nun die Grösse einer Billardkugel. Seine momentane Leibspeise ist Himbeerjoghurt. Gehen kann er immer noch nicht.

27. April 2018
Der Murks hat die Grösse eines Fussballs erreicht und ist gefrässiger denn je. Im galaktischen Führer der Kleinterhaltung steht nichts dergleichen. Ich bin ratlos. Seine Laute rauben mir nach wie vor den Schlaf. Gehen kann er immer noch nicht, stattdessen scheint er langsam zu lernen, sich hüpfend fortzubewegen.

3. Mai 2018
Habe seit 3 Nächten nicht geschlafen. Zum durchdringenden "määäh" gesellt sich nun ein ohrenbetäubendes Röhren, das an einen Helikopter erinnert. Laut dem Führer sind das Balzlaute. Der Murks scheint die Neigung zu besitzen, den Halter als potentielles Weibchen zu betrachten. Momentane Grösse des Wesens: Gross wie ein Medizinball. Immerhin wächst er nicht mehr so schnell. Kann aber auch am Himbeerjoghurt-Entzug liegen.

5. Mai 2018
Habe einen Zwinger gekauft, um den Murks in der Garage einzusperren. Mit Ohrenstöpseln kann ich wieder ruhig schlafen...aber die Nachbarn nicht. Erste Beschwerde ist schon eingetroffen. Gutes Zureden bringt beim Murks nicht viel. Wenn ich mit ihm spreche, beginnt er jedes Mal mit seinem ohrenbetäubenden Röhren. Er scheint mich zu mögen.

7. Mai 2018
Der Murks hat heute versucht, sich mit mir zu paaren. Er sprang an mir hoch und wollte meinen Kopf in den Mund nehmen (=> ich würde gerne sehen wie das in freier Wildbahn vor sich geht). Dazu verzog er das Gesicht zu einer scheinbar vergnügten Miene. Er hat glücklicherweise keine Zähne....aber mein Kopf tut noch immer weh.

8. Mai 2018
Ohne dass ich es gemerkt habe, hat der Murks mir ein Ei AUF die Kopfhaut geklebt (die Haare hat er anscheinend weggerissen, ist mir ein Rätsel wieso ich das nicht gemerkt habe). Das Ei scheint sich von Hirnmasse zu ernähren, das es durch die Schädeldecke aus meinem Kopf zieht. Ich habe sofort Hilfe angefordert und bei der galaktischen Hotline angerufen. Dummerweise verstand ich erstens kein Wort und zweitens wurde ich in eine Endloswarteschleife versetzt.

9. Mai 2018
Ich habe keine Schmerzen, merke aber, dass in meinem Kopf etwas nicht stimmt. Der Murks hat Freude an mir wie noch nie seit ich sein Ei trage. Am Nachmittag bekam ich endlich einen Anruf von der galaktischen Beratung für Kleintierhaltung. In Anbetracht einer Aussicht auf ein Leben im multidimensionalen Bewusstsein dritter Stufe und auch, weil ihnen die menschliche Anatomie zu unbekannt ist, wurde mir zu Selbstmord geraten.

10. Mai 2018
Leichte Kopfschmerzen haben eingesetzt. Ein Paket der galaktischen Beratung für Kleintierhaltung ist eingetroffen. Darin befanden sich zwei Pillen, die ich so schnell wie möglich zu mir nehmen soll......so lange meine Gliedmassen mir noch gehorchen.

11. Mai 2018
Ich habe keine Lust mich umzubringen, auch wenn mein rechter Arm sich sehr taub anfühlt. Der Murks rollt gerade im Wohnzimmer herum und zerstört mir das Parkett.

12. Mai 2018
Wegen einsetzender Taubheit in den Beinen habe ich einen Rollstuhl angefordert. Die Zerstörungswut des Murks ist schlimmer geworden. Mein Auto ist Schrott und einige Fenster müssen ersetzt werden. Ansonsten alles in Ordnung. Der niedliche Blick vom Murks und sein nach wie vor sehr süsses "Määääk" lassen über die Schäden hinwegblicken.

13. Mai 2008
Ich kann nicht mehr aufstehen. Zum Glück ist der Murks so freundlich und bringt mir das Tagebuch ans Bett. Ich überlege mir, die zwei Pillen doch zu nehmen.

14. Mai 2008
Habe soeben die zwei Pillen genommen und warte auf die Wirkung. Ich bin schlussendlich froh darüber, dass mein linker Arm immernoch einsetzbar ist. Somit kann ich diese Zeilen zu ende schreiben. Schliesslich ist es mir ein grosses Anliegen, dass in Zukunft auch noch andere Menschen ihre Zeit mit einem derart niedlichen Haust


die klonnx.

die klonnx sind kleine, ausserirdische Gnome, die gelegentlich in Menschengestalt inkarnieren. sie zeichnen sich dadurch aus, das sie das gefühl haben, nicht hierher zu passen. den murks nicht unähnlich, selbst wenn sie nicht schlüpfen, und weitaus intelligenteres von sich geben, als herumzumääken. sie brauchen schätzungsweise dreissig (30) erdenjahre, um überhaupt zu merken, das jeder von ihnen individuell ist, und sie nur von den schranken in ihren köpfen daran gehindert wurden, sich auf andere Bewohner des Planeten einzulassen. nachdem ihnen allmählich bewusst wird, das auch sie ihre Berechtigung haben, spass am leben zu finden, fangen sie auch sogleich damit an, sich nicht länger wie aussereirdische aufzuführen. dazu gehören folgende, nicht eben unwichtige Kleinigkeiten:

1. macht ein Weibchen - egal welcher speziess sie angehören mag - ihnen ein Kompliment, sind sie durch das intergalaktische abkommen dazu verpflichtet, ein noch schöneres zu erwidern.

2. werden sie aufgefordert, mitzumusizieren, müssen sie der Aufforderung folge leisten - als einer der höchstmöglichen ehren, welche nur durch folgendes übertroffen werden kann:

3. bietet ihnen jemand, den sie aus ihnen unerklärlichen gründen in irgendeiner form "flashen", der sie für in Ordnung befindet, oder einfach nur als party-Begleitung akzeptieren und tolerieren würde, die Hand, so haben sie einen Monat zeit, sich das Angebot durch den kopf gehen zu lassen. im verhinderungsfalle (also, da wären: tot, todkrank, oder gerade kleine murkse oder klonnxe bekommen), wird zumindest eine ernsthafte Auseinandersetzung in jenem ihrer Körperteile verlangt, das vor allem dafür zuständig ist, zu denken, erwartet - gefolgt von einem:

danke! bin dabei.

4. sollten sie das gefühl bekommen, selbst einer den klonxxen ähnlichen speziess anzugehören, fangen sie wieder bei punkt 1 an, so lange bis sie einschlafen.

auffällige klonnxe, die gegen die abkommen verstossen, bitte dem intergalaktischen rat melden. ihre steuerechnungen müssten unverzüglich angepasst werden.

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BeitragVerfasst: Do 27. Apr 2017, 19:49 
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SO FUCKING DETERMINED hat geschrieben:
FTisch hat geschrieben:
Du kannst auch Gleichgesinnte suchen, dann bist du auf ner Party nicht allein&der Aspekt der Gemeinsamkeit bekommt wieder eine Bedeutung, denn neben der Musik geht man ja auch deshalb an eine Party, also ich zumindest. Und meine Erfahrung ist, eine Party wird immer besser, je mehr Leute nüchtern sind, vor allem auf Alk trifft das zu. Ich bin sofort dabei&eh regelmässig nüchtern an Partys.


Ich finde KEINE Gleichgesinnten an Parties. Meine Spezies ist so selten, dass vielleicht jeder 200. so tickt wie ich.


Die Wahrscheinlichkeit an einer Party einen oder allenfalls sogar mehrere dieser 200 zu treffen ist nur einfach unvergleichlich höher, als ungefähr überall sonst, so im Alltag...

Zum Thema Alk... ich weiss nur, dass ich mit viel Alkohol sehr viel anders re-/agiere im Zusammentreffen mit anderen Angehörigen dieser Spezies. Sehr viel befreiter noch dazu. Ich mein' grundsätzlich gehe ich jeder Ansammlung von mehr als drei Personen wann immer möglich aus dem Weg. Aber gib mir ein paar Bier und Extrovertiert ist mein zweiter Vorname...

Ich weiss nicht ob das "schlecht" ist, ich mein' das heisst ja nicht unbedingt, dass ich dadurch ein anderer Mensch werde. Etwas weniger intelligent womöglich, und vermutlich mit der Zeit auch etwas Unausstehlich, für Leute, die mich eher so mögen, wie ich sonst bin. Also ziemlich ruhig und Zurückhaltend. Aber jo. Ich seh irgendwie nicht so ganz warum ich darauf *komplett* verzichten sollte, hin und wieder (naja inzwischen vielleicht 1-2 mal pro Jahr) mehr oder weniger zwei Tage lang durchgehend betrunken zu sein, und mal ein anderes Mich zu erleben.

Ja okay, werden nur einige einwerfen, aber man kann es auch ohne Alk lustig haben, und es ist sowieso besser/gesünder/echter. So what? Ich kann es MIT Alk lustig haben, und was Echtheit angeht, da weiss ich sowieso nicht und werde es vermutlich auch nie rausfinden (denn sonst hätte ich das längst), wer oder was ich "wirklich" bin. Ich bin wirklich einfach ich selbst, und wenn ich getrunken habe, na dann bin ich halt ein Betrunkenes selbst. Und ob es so gesund ist, dass ich mich zuhause verkrieche... ich mein ich mach das gern, eigentlich würde ich am liebsten gar nie da raus gehen müssen, nur ist ebendies auch wieder gelogen, oder zumindest, nicht ganz zutreffend.

keine Ahnung. dachte einfach ich erzähle Dir mal, wie ich das mit dem Alkohol so empfinde. Für mich wäre ein Treffen von 100 Gleichgesinnten irgendwo an einem stromlosen Fest fast noch der grössere Horror, als der Alltag. Mit Leuten zusammen sein, die so sind wie ich, und die alle - auch ohne Alk notabene - offen und lustig und cool und spirituell gewachsen und weiss der Gugger was sind? und ich sitz dann da und sag keinen Pieps? Äh nein. Danke, aber nein. Bleibt ihr mal schön unter Euch, ich geh derweil auf nem dancefloor zusammen mit lauter Extros ab, als wäre ich zwanzig und auf Speed, wenn auch zugegeben höchstens noch fünf Minuten in dieser Extensivität. Man wird ja nicht jünger und ohne Speed ist das auch eher anstrengend. Aber dann wipp ich halt und trink mein Bier und fühle mich hervorragend.

Dass das eine Illusion ist - mag sein, aber das war es schon immer. So wie alles andere auch. Nur ist das eine Illusion, bei der ich mich nicht scheisse fühle, oder unangemessen, oder fehl am Platz. Ja, ich fühl mich sogar VOLL und noch dazu in meinem Element. Wie ein Fisch im Wasser. Oder ein Engel im Bier... äh ja genug der Analogien.

Eigentlich erstaunlich dass es nur noch 1-2 mal im Jahr vorkommt. Schätzungsweise geht es mir dann eben doch irgendwie wie Dir. Eigentlich mag ich gar nicht mehr raus. Und eigentlich merke ich, dass mich das eigentlich traurig macht. Und eigentlich ist das ein eigentlich zu viel. Zu viel von allem.


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BeitragVerfasst: Fr 28. Apr 2017, 13:13 
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hehe - ticken ist ein lustiges wort O:)

ich bin manchmal so fest mit meinem eigenen ticken beschäftigt, das ich gar nicht so richtig bemerke, wie ähnlich die anderen ticken. Hauptsache, wir ticken noch. und so lange genug platz um mich herum ist (also, der Mindestabstand variiert dann stark von Person zu Person, Geschlecht zu Geschlecht, Flash zu Flash oder Party zu party), bin ich eigentlich sehr tolerant. ausser, wenn ich sehe, das jemand jemanden belästigt, dumm anmacht, oder gar bedroht. da kann ich auch nüchtern eingreifen. ist aber schon lange nicht mehr nötig gewesen, was ich schön finde.

1-2 mal im jahr hört sich vernünftig an. und lieber mal absagen, als unbedingt dabei sein wollen, oder bei jeder scheuen Einladung klein beizugeben, oder nur hinzugehen, um zu sehen... und gesehen zu werden.

ausserdem braucht mensch genügend erholungsphase. die dauert im alter etwas länger. je nach dem, wie hoch man gehüpft ist, wie stark gespampft, wie tief ins glas geguggt... oder was auch immer :-D

und irgendwie sind leute, die an der selben Party sind, wie ich, sowieso gleichgesinnt. zumindest hatten wir dann alle im sinn, an die selbe Party zu gehen /yo

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BeitragVerfasst: Fr 28. Apr 2017, 16:13 
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ja der Schlussatz ist so wahr, ich mein wir sind dann da, und egal wie wir sonst so sind oder was wir im Alltag so tun, da sind wir einfach da. was doch echt schön ist.


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BeitragVerfasst: Fr 28. Apr 2017, 16:16 
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jede/r 200ste sind übrigens 40'000 Personen, in der Schweiz, was in Etwa der Gesamtmenge aller "psy trance freaks" in der Schweiz entspricht. einfach mal so nebenbei. :-"


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BeitragVerfasst: Fr 28. Apr 2017, 19:34 
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Es ist im Grunde ganz einfach:

Eine Goa ist für mich, wie gesagt, eine totale Reizüberflutung. Eine solche nüchtern zu bestreiten ist eine derart grosse Anstrengung, dass ich schlicht keinen Platz mehr habe für grossartige Konversationen mit anderen Menschen.
Der Alk macht, dass es für mich keine Reizüberflutung mehr ist und ich unter anderem mehr Platz habe für Konversationen.
Soviel zu dem.

Zum anderen weiss ich halt nicht, ob ihr nachvollziehen könnt, wie es mir dabei geht. Was Illusion da ausgegraben und dazugedichtet hat (übrigens erstaunlich dass ich das mal geschrieben habe, kann mich echt nicht daran erinnern), ist gar nicht so falsch. Wie oft habe ich mich schon gefragt, ob ich nicht von einem anderen Planeten komme. Für mich ist der Grossteil der Menschen vom Verhalten her zuerst einmal sehr mysteriös, unergründlich und misstrauenerregend. Alkohol macht dieses Gefühl weg und zwar zu einem recht grossen Teil. Dann gibt es so diese ganz wenigen Perlen von Menschen, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie mich auf einer sehr tief gehenden Ebene verstehen. Das sind Menschen, neben denen ich still sitzen kann und trotzdem weiss, was sie sagen wollen. Aber die sind echt sehr selten! Solche Menschen muss man nichtmal ansprechen, um zu wissen, dass sie zur selben Spezies gehören. Selbst wenn die Person 10 Meter daneben steht, weiss man anhand von ihrer Körpersprache und ihrer Aura, dass sie vom selben Planet kommt. Fast wie ein...keine Ahnung...Mitglied eines Geheimbundes, das sich durch Codes verständigt.

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