Wie träumen Blinde ?
Grundsätzlich erlebt jeder Mensch Träume so, wie er auch die Realität erlebt.
Wer normalerweise sehen kann, träumt auch sehend.
Wer nichts sehen kann und im Alltag auf Gehör, Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn beschränkt ist, bleibt auch im Traum auf diese Sinneserfahrungen beschränkt.
Anders ist es bei Menschen, die erst spät erblindet sind.
Diese träumen immer noch optisch, auch wenn sie im Wachzustand gar nichts mehr sehen können.
Allerdings lassen die Seheindrücke in den Träumen mit der Zeit nach.
Im selben Maß wie das Sehzentrum des Gehirns nicht mehr für die tägliche Orientierung gebraucht wird, werden auch die optischen Erinnerungen abgebaut.
So berichten Späterblindete vermehrt davon, dass sie schwarz-weiß träumen, weil sie Farben vergessen haben oder komplett vergessen, wie Dinge aussehen.
Stattdessen rücken Träume in den Vordergrund, in denen Gespräche oder Bewegungseindrücke eine Hauptrolle spielen.
So erinnern sich Blinde häufig daran, im Traum mit jemandem gesprochen zu haben, oder eine Straße entlang gegangen zu sein, ohne dass sie sagen könnten, wie Person oder Straße ausgesehen haben
