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 Betreff des Beitrags: Das glücklichste Volk der Welt
BeitragVerfasst: Di 23. Mär 2010, 10:22 
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Registriert: Di 12. Jul 2005, 05:10
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Vom Tagesanzeiger Di 23.3.2010

Mit 26 Jahren zieht der Missionar Daniel Everett in den brasilianischen Urwald, um den Stamm der Pirahã zu bekehren. Sieben Jahren später verlässt er die Indianer – seinen Glauben hat er verloren.


Daniel Everett hat einen klaren Auftrag: Die Bibel in die Sprache der Pirahã zu übersetzen. Also macht sich der Amerikaner 1977 mit seiner Frau und seinen drei Kindern auf den Weg in den brasilianischen Urwald zum Maici, einem Nebenfluss des Amazonas, wo der Indianerstamm ohne Errungenschaften der modernen Zivilisation lebt. Sieben Jahre lang bleibt Everett bei den Pirahã, lernt ihre Sprache, eignet sich ihre Lebensweise an. Das Buch, in welchem der heutige Anthropologe und Linguist seine Erlebnisse erzählt, ist nun auf Deutsch erschienen; Die «Süddeutsche Zeitung» hat es sich genauer angeschaut.

Everett, der gläubige Christ, wird von den etwa fünfhundert Pirahã-Indianern fröhlich empfangen. Sie nehmen ihn auf, er wohnt mit ihnen, studiert ihr alltägliches Leben. Er beobachtet sie beim Fischen, Jagen, Beerensammeln und Maniokausgraben. Eines fällt ihm dabei von Anfang an auf: «Alle schienen glücklich zu sein. Jedes Gesicht zierte ein Lächeln», schreibt er. Mit der Zeit beginnt er, ihre Sprache zu lernen. Diese ist aussergewöhnlich: Die Pirahãs kennen weder Farbbezeichnungen wie rot und gelb noch Zahlen, und folglich können sie auch nicht rechnen.

Leben im Jetzt

Auch sprechen sie nicht über Dinge, die sie nicht selbst erlebt haben: die ferne Vergangenheit also, Fantasiegebilde oder die Zukunft. Das wird Everett bewusst, als er das Wort «xibipíío» lernt. Er hört es beispielsweise, wenn ein Jäger aus dem Dschungel kommt oder ein Boot hinter einer Flussbiegung auftaucht. Die Pirahãs benutzen es auch, wenn ein Flugzeug vorbei fliegt, oder wenn ein Zündholz erlischt. «Schliesslich wurde mir klar, dass dieser Begriff das benennt, was ich als Erfahrungsschwelle bezeichne: den Vorgang, die Wahrnehmung zu betreten und zu verlassen.» Wichtig ist für die Indianer nur die stattfindende Gegenwart, das Jetzt.

Darum verlaufen alle Missionierungsversuche Everetts im Sande. Weil nur über das unmittelbar Erlebte gesprochen wird, kennen die Piraha weder Schöpfungsmythen noch andere Überlieferungen. Sie interessien sich schlicht nicht für Jesus. «Wir sind keine Amerikaner. Wir sind Pirahã, und Pirahã glauben nicht an Jesus», sagen sie. Dass Everett ihnen keinen lebenden Augenzeugen für Christus Existenz vorführen kann, macht sie umso skeptischer. «Hast du ihn gesehen, welche Hautfarbe hat er, wie gross ist er?», fragen sie. Everett entgegnet, dass weder er noch andere Jesus gesehen haben. «Also niemand, den du kennst, hat ihn gesehen? Warum erzählst du uns dann von ihm? Wir würden nie über etwas sprechen, wofür wie keine Beweise haben.»

«Glücklicher als Christen»

Darauf wendet sich Everett von der Religion ab, seine Ehe zerbricht. Das einfache Lebensglück der Pirahã hat ihn bekehrt. «Das Aussergewöhnlichste, das den Menschen auffällt, die die Pirahã mit mir besuchen, ist ihre Zufriedenheit. Wie sie einfach den ganzen Tag am Strand sitzen und hungern oder fischen.» Everett bewundert ihre Belastbarkeit und ihre Fähigkeit, mit Problemen umzugehen; es sei aber nicht so, dass ihr Leben einfacher wäre als unseres. Everetts Fazit: «Ich stellte fest, dass sie bereits glücklicher waren als alle Christen, die ich kannte», sagt er. «Sie sind glücklicher wegen ihrer inneren Kraft und der kulturellen Werte, die westliche Kulturen nicht mehr besitzen.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Das glücklichste Volk der Welt
BeitragVerfasst: Di 23. Mär 2010, 10:48 
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Registriert: Mi 3. Mär 2010, 12:43
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Die Menschen haben sich im Laufe der Evolution daran versucht sich selbst und andere zu schützen. Heutzutage ist Grippe kein Todesurteil mehr, auch ohne Arme und Beine kann man einen einigermassen normalen Tagesaublauf haben. Doch zum Tausch des langen Lebens geben wir die Freude an kleinen Dingen, die zufriedenheit und einfach liebe gegenüber dem nächsten ab. Wir arbeiten 2/3 unseres Lebens, um viel geld zu verdienen mit dem wir uns unnötige sachen kaufen können, die uns oft sogar schaden. neben der Arbeit haben wir weniger oder auch keine Zeit mehr für verwandte, freunde und bekannten, da wir dann müde und manchmal frustriert sind, und der Fernseher viel wichtiger ist da wir ja unbedingt wissen müssen welcher Promi welche Affäre hat...

Wir verschwenden unsere ganze Energie und Zeit dafür unseren Körper gesundzuhalten, weil wir vergessen haben dass ein kranker Körper eigentlich nur heisst dass unsere Seele krank ist.

http://berichte-wunderheiler-informatio ... eilung.de/

_________________
Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte
Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Taten
Achte
auf deine Taten, denn sie werden deine Gewohnheiten
Achte
auf deine Gewohnheiten,denn sie werden deinen Charakter
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal

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wasi an Indoor-Goas am meischta hass: Dä moment woma usa ins Sunnaliacht chunnt unds eim innert sekunda wieder ind Realität katapultiert:)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das glücklichste Volk der Welt
BeitragVerfasst: Di 23. Mär 2010, 22:22 
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Beiträge: 180
Ich habe den Artikel heute auch gelesen.

Für mich ist ein gläuber Christ jemand der im Geist und den Lehren des Rabbi Jesus lebt.

Viele amerikanische Christen sind davon leider weit entfernt ( auch viele Schweizer).

Die beschriebenen Indios leben wohl viel tiefer im Geist der Wahrheit, den Jesus verkündetet, als sogenannte bibeltreue Amerikaner.

Es gibt amerikanische Starprediger die verkünden: "Glaube und werde reich".

Jesus sagte: Glücklich sind die Armen, denn das Reich Gottes gehört ihnen.

Amerikanische Missionare, die jahrelang auf Bibelschulen studierten, haben viel Wissen, aber leider oft nicht das wirkliche Leben in sich.

Dass die Begegnung mit lebendigen, glücklichen Menschen den "Missionar" in eine Krise führte, wundert mich daher nicht.

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Lebt!! als Kinder des Lichts! Rabbi Sha-ul


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 Betreff des Beitrags: Re: Das glücklichste Volk der Welt
BeitragVerfasst: Mo 29. Mär 2010, 13:38 
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Toller Beitrag.

Hab heute noch was treffendes gefunden vom Physiker Hans-Peter Dürr.
Er spricht auch von anderen "primitiven" Kulturen.


und
[/quote]

_________________
GEH DEN WEG DES HERZENS



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 Betreff des Beitrags: Re: Das glücklichste Volk der Welt
BeitragVerfasst: Mo 10. Jul 2017, 15:31 
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tja, im tropischen Dschungel war wohl das jetzt wichtig, was sich in unseren Breitengraden als schwierig entpuppt hatte, weil man schon im sommer einen plan haben musste, wie man den winter überlebt.

frau und drei kinder zu verlassen, seinen glauben zu verlieren, und vergessen zu rechnen ist dann doch etwas zu viel Ironie. vermutlich hilft da das hier und jetzt auch nicht 8-[

das einzige, was ich befürworte, wäre dann: wer andere missioniert... sollte selbst missioniert werden, egal ob im Dschungel, oder am nordpol /yo

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