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 Betreff des Beitrags: Re: Das Alleinsein
BeitragVerfasst: Fr 14. Jan 2011, 09:48 
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Sky hat geschrieben:

xD später verband sich einsam sein dann mit etwas negativem, schlechten gefühlen denn wer nicht sozial ist ist krank in den augen der späteren gesellschaft, deshalb wurde eine gute beschreibung mit nem schlechten gefühl verbunden.




vermutlich gibt es kulturen, wo das nicht als krankhaft empfunden wird, sondern sogar als tugendhaft und sehr positiv. es erfordert mut, ausgeglichenheit, selbstbestimmung, souveränität und vor allem sehr viel innere tiefe und reichtum der inneren visionen, damit man in der lage ist, die einsamkeit positiv zu empfinden.

eine andere frage ist, dass die westlichen gesellschaften uns immer indoktronieren möchten, dass wir krank wären, wenn wir unangepasst handeln und uns in menschenmassen einsam und missverstanden fühlen....

es gibt aber zahlreiche kulturen, wo es im gegenteil eine menge know how erfordert, einsamkeit zu geniessen und sich nicht in selbstmitleid zu verkriechen. das schwierigste dabei ist, nicht in menschenachtung zu verfallen gegenüber all denen, die aus sich des einzelgängers viel zu viel an massenproduktion und fliessband exemplare erinnern.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Alleinsein
BeitragVerfasst: Fr 14. Jan 2011, 11:41 
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....wobei ich nach kurzer überlegung schon hinzufügen muss, dass mir keine kultur bekannt ist, bei der die oben beschriebene tugend auch beiden geschlechtern gewährt wurde. während beispielsweise buddha aufgrunddessen als held gefeiert wurde, dass er frau und kind verließ , um allein in einsamkeit meditieren zu dürfen, wurden frauen im verlauf der geschichte mehr oder weniger immer mit dem versager-archetyp konfrontiert, falls sie das gleiche taten. und wenn nicht "versager", dann wilde böse gnadenlose hexen, denen es an menschlichkeit fehlt. letzteres hat aber immer in form von femme fatale um traumstoff gesorgt. wir frauen haben sehr viel glück , im heutigen zeitalter geboren zu werden, weil wir uns erst seit kurzum den luxus der einsamkeit leisten können.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Alleinsein
BeitragVerfasst: Fr 14. Jan 2011, 13:51 
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ist immernoch so, timewavezero...

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Mit freundlichen Grüssen


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Alleinsein
BeitragVerfasst: Fr 14. Jan 2011, 14:33 
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Beiträge: 31
na, immerhin können wir im heutigen zeitalter einen versuch einer gelebten "einsamkeit" wagen, ohne gleich die inquisition und den scheiterhaufen als konsequenz unseres verhaltens in unsere lebensplanung integrieren zu müssen:). also vermutlich wird uns niemand aus dem weg abbringen, um uns wochenlang im dunklen keller des klosters abzufragen, ob wir nachts allein mit dem teufel schlafen und warum wir das getan haben und nicht stattdessen unseren sozialen und gesellschaftlichen pflichten nachgegangen sind (den ergänzenden teil der schöpfung zu sein, der keine einsamkeit und innere tiefe genießen darf) :))). also mit einem wort, wir setzen nicht mehr unser leben aufs spiel , wenn wir die reise der "einsamkeit" ausprobieren möchten , wie es früher war. früher ging das nämlich überhaupt nicht. frau wurde vom dorf vertrieben, verspottet, lebte allein im wald, und durfte nie wieder teil der gemeinschaft sein.

heutzutage werden wir nur mit unseren eigenen geistigen grenzen zu kämpfen haben ( auch der geistige gegenwind ist nut unsere eigene grenze und nur unser eigenes wahrnehmungsproblem). wir kämpfen mit der dissonanz zwischen dem was von uns erwartet wird und dem was wir für uns als richtig erachten. die modelle unserer mütter und großmütter sind für uns völlig unpraktisch. würden wir die welt aus ihrer perspektive sehen, würden wir uns einsam fühlen, missverstanden, versagt. aber im endeffekt bringt das auch große chancen mit sich - territorien zu wagen, die sehr lange zeit für uns verschlossen waren. einfach aufzustehen und sagen, hier bin ich, und ich werde mich nicht in so ein system "integrieren" und nach derartigen regeln spielen. der lohn ist das reichtum meiner einsamkeit und die unendlichen welten, die ich dann in meinem alleinsein entdecken würde.

:) die gesellschaft hat heute keine bestrafungsmechanismen vorgesehen, die stark genug wären, um dies zu verhindern.

aber ich hoffe das geht dir nicht zu weit. ich verstehe wie schwierig einsamkeit sein kann, weil ich die dunkle nacht der seele auch kenne. aber um neue territorien zu entdecken, muss man erstmal die sicht zu den alten ufern verlieren..geht nicht ohne.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Alleinsein
BeitragVerfasst: So 23. Jan 2011, 22:50 
Zachariel Drachenherz hat geschrieben:
Wer hinter den begrenzten Anwendungsbereicht der Sprache zu blicken wagt, wird erkennen, dass hinter scheinbar banalen Worten tiefe Weisheit steckt.

Allein. All-ein.

Allein sein ist meiner Meinung nach nicht gleich zu setzen mit "einsam sein". Ich bin gern und oft allein, fühle mich aber weit entfernt von Einsamkeit. Einsamkeit ist ein Zustand des Gemüts, des Empfindens, des Herzens. Einsamkeit kann man sehr wohl verspüren, wenn man nicht allein ist. Wenn man sich inmitten vieler Menschen befindet, kann man einsamer sein, als wenn man allein ist. Viel, viel einsamer.


/color


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Alleinsein
BeitragVerfasst: Mo 24. Jan 2011, 00:34 
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einsam =
ein samen?

der bibel zufolge säht man EINEN samen, in ein bett, bereitet alles mit grosser sorgfalt und liebe vor....

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Mit freundlichen Grüssen


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Alleinsein
BeitragVerfasst: Mo 24. Jan 2011, 09:23 
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Beiträge: 1966
Wohnort: Haus WG am Berg
ein Samen birgt alles in einem.
ein-sam keimt der Samen zu einem ganzen Apfelbaum und verbindet mit den Blättern, dem Geäst, dem Stamm und
den Wurzeln Himmel und Erde zu einem.

An den Früchten (und neuen Samen) wird man sie erkennen.


die negativen Assoziationen von vielen Wörtern haben mit einem persönlich zu tun.
Weder Einsamkeit noch das Alleinsein sind in ihrem Wesen negativ oder lebens verneinend.
Die Betrachtungsweise, der Blickwinkel, die Ausrichtung (in-form-ation) zu den Dingen wird sie in unser Leben bringen und uns immer wieder neu mit ihrem eigenen Wesen überraschen. Wunderbare Welt in der man sich noch wundern darf.

Wer in einem Samen den ganzen Baum erkennen darf ohne ihn zu zerstückeln und die DNS zu entschlüsseln, der darf noch in einer wunderbaren Welt leben.

_________________
Verzweifle nicht an der Gewichtigkeit der Dinge,
neben Elefanten gibt's auch

SchMetteRlinge

(Harry Pegas)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Alleinsein
BeitragVerfasst: Di 25. Jan 2011, 21:19 
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Beiträge: 373
Ich mag das Alleine sein. Wann ist man schon so komplett,wie wenn man alleine ist.
Vielleicht durfte ich einfach das Erlebniss noch nicht haben , wirklich jemanden zu finden der zu mir passt oder in dessen Gegenwart es auf lange Zeit gestimmt hätte ein Grossteil meiner Zeit zu teilen. Na gut, so alt bin ich auch wieder nicht. Trotzdem fühle ich mich älter als ich bin. Teils auch jünger. Es ist schwer zu umschreiben.
Eigentlich will ich gar keine Umschreibung und ich gleite ab : - )

Ich wünsche euch eine schöne Zeit, zu Zweit, Allein, zu Dritt und mehr - was immer ihr für richtig empfindet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Alleinsein
BeitragVerfasst: Di 30. Mai 2017, 17:29 
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Registriert: Mo 19. Sep 2011, 08:33
Beiträge: 1106
Wohnort: hab ich
eeeh:

zweielf wart ihr doch - verglichen mit mir jetzt hier drinnen - weder allein, noch einsam. jedenfalls sagt das die beitragsdichte in der Statistik.

allein sein ist unabdingbar. noch wichtiger, als zusammen. stellt euch vor, es wäre jemand da, der euch tag-ein-tag-aus begleitet, beobachtet, verfolgt; bei allem, was ihr tut. ich stelle mir das so ziemlich ungeheuerlich vor - selbst wenn diese dinge aus liebe oder ähnlichem quatsch geschehen.

am besten ist natürlich zusammen einsam sein, aber nie ohne genügend raum, zeit und abstand. weil... zusammen funktioniert nur, wenn allein auch geht /happy

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there is nothing real outside our perception of reality


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