Wie Musik auf uns wirkt
Verfasst: Mi 8. Aug 2012, 18:41
Wie könnte man die Wirkung von Goa auf den Menschen am besten beschreiben? Und wie wirkt Goa im Vergleich zu anderen Musikstilen?
Ich persönlich stelle einen grossen Unterschied fest wie die Musik, die ich heute am meisten höre auf mich wirkt, verglichen mit der Musik, die ich früher am meisten gehört habe. Vor meiner Techno- bzw. Goa-Phase liegt meine Metalphase. Ich frage mich oft wie die Entwicklung meines Musikgeschmacks mit der Entwicklung meiner Persönlichkeit im Zusammenhang steht. Und ich stelle dabei je länger je mehr fest, dass Techno eine Form von Musik ist, die mir anscheinend in meinem Innern weniger gut tut als zum Beispiel Metal. Auch wenn Metal ein eher destruktiver Musikstil ist und es viele sehr schöne, blumige Technostile gibt, die mir auch gefallen.
Und wieder ein ganz anderes Wesen hat Jazz oder Klassik, was ich auch immer mal wieder gerne höre.
Ich glaube, man könnte auch die Entwicklung der Menschheit und ihrer Ängste und Nöte, wie auch ihrer Hoffnungen und Träume gestern und heute in einen musikalischen Kontext bringen.
Wenn ich so meine eigenen Lebensphasen in den letzten 10 Jahren betrachte, dann fällt mir auf, dass ich etwa zu dem Zeitpunkt begonnen habe Techno zu hören, als sich eine Persönlichkeitskrise einstellte. Diese ebt nun endlich wieder ab. Und...plötzlich habe ich wieder viel mehr Lust auf Metal. Mir ist schon oft aufgefallen, dass Techno ein sehr luftiges, abgehobenes Wesen hat, während Metal festigend und erdend wirkt, paradoxerweise auch beruhigend und gleichzeitig energetisierend. Gerade was Goa angeht zeigt sich hier sicherlich auch das Wesen der Hippie-Bewegung im Kontrast zur Entstehung des Metal, der ursprünglich eine Gegenbewegung sein sollte. Ein Gegenstück zu den Freaks mit der rosaroten Brille. 1969, ein Jahr nach dem Höhepunkt der Hippie-Bewegung wurde Black Sabbath gegründet, die offiziell erste Metalband. Die Meinung war: "Lasst uns dem Elend der Welt in die Augen blicken, statt die Augen davor zu verschliessen und uns in blumigen Parallelwelten zu verlieren."
Soweit ich weis gibt es viele, die diesen Weg machen: Von Metal zu Goa. Viele landen dann irgendwann bei Darkpsy, da dieser eine ähnliche Botschaft vermittelt wie Metal.
Wenn mir auch die Metal-Szene völlig zuwider ist (unzivilisierte Kampfsäue), muss ich sagen, dass die Musik ein grosses Potential hat. Da fällt mir eine Studie ein, die herausgefunden hat, dass Schüler, die Metal hören, meistens bessere Noten haben als ihre Kollegen, die Hiphop, Pop oder anderes hören.
Wie ist es mit Klassik? Chopin zu hören ist für mich beispielweise nur selten wirklich ein Genuss. Aber dann ein königlicher. Es ist sehr nüchterne Musik, beruhigend, alles andere als antreibend, perfekt um mal abzuschalten oder einfach mal eine Stunde hinsitzen und genau hinhören was da eigentlich läuft. Aber für mich auf die Dauer zu verstaubt. Irgendwie ist das doch aber speziell, nicht? Ich dachte oft "jaja, das mit dem Metal, das ist ein Jugendspleen, das geht vorbei, mit 25 höre ich ganz andere Musik und werde dieses hässliche Geschrumme verabscheuen." Aber es kommt anders. Kann das mit unserer Generation zu tun haben? Wie kommt es, dass heute kaum mehr junge Menschen Klassik oder Jazz hören? Ich glaube, das hat mit dem heutigen Zeitgeist zu tun. Extreme Gesellschaften wollen extreme Musik. Es muss ohrenbetäubend laut und chaotisch sein oder einfach nur BUMBUMBUM machen dass es einem sämtliche Eingeweide zum vibrieren bringt. Andere stehen auf sexistisches Gefluche (Hiphop) oder aufreizende Püppchen, bei denen das Musikvideo und das hüllenlose Auftreten in der Öffentlichkeit 99% der Sache ausmachen (Pop).
Vor allem: Warum mögen wir die Musik die wir mögen? Wären meine Eltern SVP-Wähler gewesen, würde ich dann heute Baschi und Florian Ast hören? (schreckliche Vorstellung!)

Ich persönlich stelle einen grossen Unterschied fest wie die Musik, die ich heute am meisten höre auf mich wirkt, verglichen mit der Musik, die ich früher am meisten gehört habe. Vor meiner Techno- bzw. Goa-Phase liegt meine Metalphase. Ich frage mich oft wie die Entwicklung meines Musikgeschmacks mit der Entwicklung meiner Persönlichkeit im Zusammenhang steht. Und ich stelle dabei je länger je mehr fest, dass Techno eine Form von Musik ist, die mir anscheinend in meinem Innern weniger gut tut als zum Beispiel Metal. Auch wenn Metal ein eher destruktiver Musikstil ist und es viele sehr schöne, blumige Technostile gibt, die mir auch gefallen.
Und wieder ein ganz anderes Wesen hat Jazz oder Klassik, was ich auch immer mal wieder gerne höre.
Ich glaube, man könnte auch die Entwicklung der Menschheit und ihrer Ängste und Nöte, wie auch ihrer Hoffnungen und Träume gestern und heute in einen musikalischen Kontext bringen.
Wenn ich so meine eigenen Lebensphasen in den letzten 10 Jahren betrachte, dann fällt mir auf, dass ich etwa zu dem Zeitpunkt begonnen habe Techno zu hören, als sich eine Persönlichkeitskrise einstellte. Diese ebt nun endlich wieder ab. Und...plötzlich habe ich wieder viel mehr Lust auf Metal. Mir ist schon oft aufgefallen, dass Techno ein sehr luftiges, abgehobenes Wesen hat, während Metal festigend und erdend wirkt, paradoxerweise auch beruhigend und gleichzeitig energetisierend. Gerade was Goa angeht zeigt sich hier sicherlich auch das Wesen der Hippie-Bewegung im Kontrast zur Entstehung des Metal, der ursprünglich eine Gegenbewegung sein sollte. Ein Gegenstück zu den Freaks mit der rosaroten Brille. 1969, ein Jahr nach dem Höhepunkt der Hippie-Bewegung wurde Black Sabbath gegründet, die offiziell erste Metalband. Die Meinung war: "Lasst uns dem Elend der Welt in die Augen blicken, statt die Augen davor zu verschliessen und uns in blumigen Parallelwelten zu verlieren."
Soweit ich weis gibt es viele, die diesen Weg machen: Von Metal zu Goa. Viele landen dann irgendwann bei Darkpsy, da dieser eine ähnliche Botschaft vermittelt wie Metal.
Wenn mir auch die Metal-Szene völlig zuwider ist (unzivilisierte Kampfsäue), muss ich sagen, dass die Musik ein grosses Potential hat. Da fällt mir eine Studie ein, die herausgefunden hat, dass Schüler, die Metal hören, meistens bessere Noten haben als ihre Kollegen, die Hiphop, Pop oder anderes hören.
Wie ist es mit Klassik? Chopin zu hören ist für mich beispielweise nur selten wirklich ein Genuss. Aber dann ein königlicher. Es ist sehr nüchterne Musik, beruhigend, alles andere als antreibend, perfekt um mal abzuschalten oder einfach mal eine Stunde hinsitzen und genau hinhören was da eigentlich läuft. Aber für mich auf die Dauer zu verstaubt. Irgendwie ist das doch aber speziell, nicht? Ich dachte oft "jaja, das mit dem Metal, das ist ein Jugendspleen, das geht vorbei, mit 25 höre ich ganz andere Musik und werde dieses hässliche Geschrumme verabscheuen." Aber es kommt anders. Kann das mit unserer Generation zu tun haben? Wie kommt es, dass heute kaum mehr junge Menschen Klassik oder Jazz hören? Ich glaube, das hat mit dem heutigen Zeitgeist zu tun. Extreme Gesellschaften wollen extreme Musik. Es muss ohrenbetäubend laut und chaotisch sein oder einfach nur BUMBUMBUM machen dass es einem sämtliche Eingeweide zum vibrieren bringt. Andere stehen auf sexistisches Gefluche (Hiphop) oder aufreizende Püppchen, bei denen das Musikvideo und das hüllenlose Auftreten in der Öffentlichkeit 99% der Sache ausmachen (Pop).
Vor allem: Warum mögen wir die Musik die wir mögen? Wären meine Eltern SVP-Wähler gewesen, würde ich dann heute Baschi und Florian Ast hören? (schreckliche Vorstellung!)