gelitten hab ich - wieso seh ich dann immerno nix?
spass beiseite, glaube das stimmt schon, dass man durch gewisse leiden durch muss. ich nenne das prinzip gerne "seine affenbrotbäume mit den wurzeln ausreissen"... und trotzdem nicht darin versinken. ist eine üble gratwanderung und oft wünscht man sich auf halbem weg, nie damit angefangen zu haben. die balance ist die kunst daran. traumas dürfen nicht zerredet werden, dadurch können sie verschlimmert werden. aber todschweigen ist ebenso riskant, dann brechen sie irgendwann wieder hervor. das mass ist entscheidend...
interessant, wenn auch moralisch äusserst verwerflich, fand ich den versuch über die wirksamkeit der psychologie, von dem ich mal gelesen hatte. da wurde nach einer echten katastrophe (flugzeugabsturz wenn ich mich recht erinnere) der hälfte der betroffenen psychologen zugeteilt zur betreuung. die andere hälfte sprach mit menschen wie du und ich und die "falschen therapeuten" waren angewiesen, von sich aus nicht über das trauma zu sprechen sondern möglichst smalltalk übers wetter und so. erstaundlicherweise kamen die "nicht therapierten" tatsächlich besser mit dem geschehenen zurecht als die, welche man mit psychologen gestraft hatte

[rolf degen: lexikon der psycho-irrtümer]
Aschehäufchen freuen sich, wenn man sie für erloschene Vulkane hält [Wieslaw Brudzinski]