Werter Pee
Na, so weit abgeschweift bist Du gar nicht, finde ich auf jeden Fall. *smile*
Hier ein paar Gedanken, die ich mir vor einiger Zeit gemacht habe... (Sozusagen mein ganz persönliches "Glaubensbekenntnis") (es ist ein Auszug aus einem "offenen Brief" an ein paar mir sehr nahestehende Menschen...)
Das Zentrum „meines“ Glaubens beinhaltet, dass wir Menschen das Göttliche in uns drinnen tragen: Unser Wahres Selbst, welches die Essenz von dem ist, was wir eigentlich wirklich sind. Es ist eine Manifestation von Gott, es ist ein Teil von Ihm in uns drinnen, es ist Sein Abbild in uns drinnen. Die Natur (die Eigenschaft, der Charakter) dieses Wahren Selbst ist wahrhaftig, barmherzig und nachsichtig. Jeder einzelne Mensch hat dieses Wahre Selbst, dieses Göttliche, in sich drinnen - so wie Kinder die Essenz ihrer Eltern in sich tragen. Und so sind wir alle Kinder Gottes, und wir alle sind auch eine Manifestation von Ihm selbst.
Nun, als Menschen können wir unser Wahres Selbst- und somit auch Gott - oft nicht mehr spüren und wir sind wie davon abgetrennt, was uns sehr fest leiden lässt. Warum nun diese Trennung? Weil wir als Menschen so vieles haben, was uns ablenkt und was uns nicht nach Innen schauen lässt. Wir halten in unseren Herzen eigensinnig an zig Sachen der äusseren, materiellen Welt fest, sodass wir nicht nach Innen schauen und deshalb unser Wahres Selbst nicht wahrnehmen und erkennen können - und somit werden wir auch von Gott getrennt. Und dieses „getrennt sein“, das empfinde ich als einen äusserst leidvollen Zustand.
Das, was uns davon abhält, zu erkennen wer und was wir sind und was uns leiden lässt, das sind unsere Eigensinne, unsere Anhaftungen und unsere festgefahrenen Anschauungen. Diese Eigensinne, Anhaftungen und Anschauungen sind alles Dinge, welche sich im Lauf der Zeit durch Erziehung, durch Beeinflussung durch Medien wie Bücher, Fernsehen, Zeitungen, Kino etc. und ganz allgemein durch unser Leben in der Gesellschaft gebildet haben, es sind alles externe Denkweisen und Ansichten, die uns anerzogen worden sind und die wir uns angeeignet haben. Im Verlauf der Zeit haben sie sich so stark gefestigt, dass wir sie sogar für einen Teil von uns selbst halten und somit nicht mehr wahrnehmen können, wer und was wir wirklich sind.
Wenn man es schafft, diese Eigensinne, Anhaftungen und Anschauungen loszulassen, wenn man es schafft, sein Herz leer von weltlichen Gelüsten, Begierden und absichtsvollen, egoistischen und selbst-süchtigen Gedanken zu machen, dann erreicht man eine sehr tiefgehende Stille im Herzen. Dadurch, dass man nicht mehr durch Eigensinn, durch Anhaftungen und durch Anschauungen abgelenkt wird, ist man schliesslich im Geist und im Herzen frei und wach und sich in dieser Stille seiner Selbst und Gott vollkommen bewusst, da einen nun ja nichts mehr davon ablenken kann.
So, und hier möchte ich kurz noch auf den Thread selber ("Gotteserfahrung") zurückkommen.
Wenn ich es wirklich schaffe, innerlich zur Ruhe zu kommen, wenn sich meine unbewussten Gedanken, die ich sonst schwer kontrollieren kann, beruhigen...
Wenn ich innerlich ganz still werde, dann nehme ich mich selbst erst richtig wahr, dann nehme ich meine Umgebung und meine Mitmenschen plötzlich viel tiefgehender wahr...
... und spüre dann: Hey... hier ist was, was ich kaum in Worte ausdrücken kann, hier ist was, das tief unter der Oberfläche der "normalen" Realität liegt...
Hmm, die Natur ist da übrigens ein sehr, sehr guter Wegweiser, wie man sein eigenes Wahres Selbst - seine eigene Wahre Natur - wieder erkennen kann...
Die Natur ermöglicht es uns, zu leben. Ohne von uns etwas dafür zu verlangen... Die Sonne schenkt uns Wärme und Licht, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten. Wasser schenkt uns Leben, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten. Die Bäume (und anderes Grünzeug) sorgen dafür, dass wir atmen können, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten. etc. etc. etc.
Nun: Wenn wir unsere eigene Wahre Natur erkennen wollen, lohnt es sich da nicht, der Natur ein wenig was abzuschauen? Sprich: lassen wir mal unser Ego ein wenig sein und denken zuerst an andere anstatt an uns selbst... Dann kommen wir unserer Wahren Natur ein ganz schönes Stück näher. Und das ist für mich die ultimative Gotteserfahrung. *smile*