Falls es Psychotherapeuten oder Kriminalpsychologen gibt die hier mitlesen, dürfen sie den Text gerne analysieren
Ansonsten wäre ich gespannt auf eure "unbewussten" Geschichten...
Ein kleines Spiel...
Wir sind heute hier versammelt um feierlich bekannt zu geben – dass es eigentlich nicht viel zu feiern gibt. Was wäre dieser Tag anderes als ein Tag, wenn es was zu feiern gäbe? Er wäre etwas besonderes, etwas spezielles, es wäre ein Tag, der sich unterscheidet von allen anderen Tagen.
Leider gibt es solche Tage nicht. Es gibt nur spezielle und besondere Tage. Ein Elefant ist grundsätzlich eine Maus, würde er sich nicht in gewissen Dingen wie der Grösse oder dem Rüssel unterscheiden von der Maus. Unterscheidet sich aber der Elefant tatsächlich von der Maus oder unterscheiden wir?
Lassen wir nun die Löwen auf die Kritiker los, welche die Kritiker kritisieren. Erhängen wir diejenigen, die mit dem Finger auf jene zeigen, welche mit dem Finger auf andere zeigen. Spielen wir ein Spiel, das sich Menschlichkeit nennt, ein Wetteifern, in welchem sich -umgeben von einem Dschungel aus widersprüchlichen Verstrickungen jeglicher Art – derjenige durchsetzt, welcher am wenigsten damit rechnet. Willst du gewinnen, so spiele nicht. Willst du verlieren, so spiele nicht. Willst du spielen, so versuche niemals zu spielen.
Die Regeln werden sich im Verlauf der Zeit selber definieren, da jede Regel, die logisch durchdacht und luftdicht verpackt ist, sich selbst ausschliesst. Die Grenzen der Definitionen werden nämlich festgelegt durch die unbegrenzten Optionen der fantastischen Vorstellung. Die Wahrheit wird so einfach zu finden sein wie eine Nadel im Heuhaufen. Wer sich also vorstellen kann, eine Nadel im Heuhaufen zu finden, der wird sich auch vorstellen können die Wahrheit über dieses Spiel zu erfahren. Das ist schon der Schlüssel.
Nun passt dieser Schlüssel leider zu keinem Schloss dieser Welt. Ein unnützer Schlüssel? Ganz und gar nicht. Das passende Schloss existiert nämlich. Es existiert immer überall dort, wo der Schlüssel nicht existiert. Hat man den Schlüssel dann erst einmal in seinem Besitz, so löst sich dessen Existenz im genau gleichen Augenblick wieder auf, da man sich das dazugehörige Schloss vorstellt. Nun existiert das Schloss und man stellt sich im selben Augenblick den dazugehörigen Schlüssel vor, womit das Schloss wiederum nicht mehr existiert. Ein Wechselspiel der gegenseitigen Bedingung. Ohne Schlüssel macht ein Schloss keinen Sinn und ohne Schlüssel ist ein Schloss unbrauchbar. Und doch existiert nur immer eines von beiden.
Wie kann man diesen Widerspruch auflösen? Indem man diesen Schlüssel findet, ihn in seiner Unkenntlichkeit erkennt, festhält und gleichzeitig loslässt. Man kann diesen Widerspruch lösen, indem man in ihm die einzige Wahrheit und die einzige Lüge unter Abermillionen von einzigen Wahrheiten und einzigen Lügen sieht, indem man sich des eigenen Widerspruchs bewusst wird und ihn gleichzeitig leugnet, indem man den Willen dazu aufbringt den Willen loszulassen, indem man dessen Existenz verleugnet, während man gleichzeitig dessen Existenz beweist.
Das ist schon das ganze Spiel. Nicht wirklich schwierig, wenn man erst mal versucht hat, es nicht zu verstehen, oder?



