untouchables hat geschrieben:und wider loszlah wens ire höhepunkt ereicht hät

Schön wenn man dies vor dem Beginn schon sagen kann. Dann fällts auch einfacher mit dem Loslassen.
Fallen Angel 3 hat geschrieben: finde ich es sehr viel interessanter das zu lesen was DU denkst, also ihr die hier mitdiskutiert. wenn ich wissen will, was nietzsche oder gibran oder sonstwer zu sagen hat, kann ich mir ein buch von den leuten kaufen. aber was denkt IHR? oder fühlt...
das finde ich viel interessanter. nichts gegen zitate aber sie sollten eine eigene meinung nur unterstreichen, nicht darstellen.
Was jemand denkt basiert ja aufgrund seiner Vergangenheit und derzeitigem Wissens- Erfahrungsstand.
Kann (und will) ja nicht alles erwähnen. Versuche mal eine Erfahrung so kurz wie möglich im Sinne des Threads wiederzugeben:
Ich kannte meine Freundin ungefähr 5 Monate. So ca. 3 Monate lebte sie dann auch bei mir. Da ich bereits eine Reise mit unbekannten Retourdatum nach Asien gebucht hatte. Konnte ich sie auch für diese Idee gewinnen. Also gingen wir zu viert (mit noch 2 Freunden von mir) nach Thailand.
Jedenfalls waren wir noch schön frisch verliebt. Aufgefallen ist mir dabei ihre Angst mich verlieren zu können. Ihre Eifersucht wenn andere Frauen anwesend waren.
Nach etwa einem Monat ging ich mit dem einen Freund in ein 10d Retreat. Die Freundin blieb mit dem anderen Freund zurück. Ich war sicher dass sie gut aufgehoben war, denn ich wusste dass der Freund sie auch sehr mochte.
Ein Tag vor dem Ende des Schweige-Retreats sass ich am Abend auf einem Felsvorsprung mit wunderschöner Aussicht. Aber ich hatte unglaublich starke Gefühle für meine Freundin. Ich wusste nicht genau auf welchen Ursachen diese basierten. Dies obwohl ich mir sehr Bewusst war in dieser Zeit. Irgend etwas brodelte in meiner Herz- Bauchgegend mit ungeheurer Kraft, dem Drang sofort zurückzugehen. Jedenfalls verstoss ich gegen die Retreatregeln und habe den Ort verlassen. Ich bin gesprungen. Getrieben mit einer unglaublichen Kraft. Als wäre ich auf der Flucht. Und eigentlich hatte ich fast keine Kräfte, da ich mit der Mahlzeit, respektive mit einer speziellen Art von Naturreis, mühe hatte und so die ganze Zeit fast nichts gegessen hatte (ausser ein paar Kokosnüsse die ich dann irgendwann mal gesucht hatte, weil ich so schwach geworden bin).
Der Weg war relativ weit zurück zu unseren Bungalows. Vermutlich habe ich noch ein Verkehrsmittel benutzt, woran ich mich aber nicht mehr genau erinnern kann.
Als ich an unserem Bungalow angekommen bin, sah ich meine Freundin mit meinem besten Freund nackt im Bett zusammen liegen. Ich war ziemlich ausser Atem und konnte vor lautem schaufen gar nichts sagen. Hab mich dann vor dem Bungalow hingesetzt um mir gewahr zu sein. Irgendwie war es eine Freude meinen Geist zu beobachten und bewusst davon fernzuhalten in den Sumpf des Leidens zu steigen. Mich entscheiden zu können.
Beide kamen danach auf mich zu und sagten es wäre nicht so wie ich es gesehen hätte. Es wäre lediglich eine Massage gewesen. Ich konnte dem Glauben und sah keinerlei Grund verärgert zu sein. Hatte sogar noch Sex in dieser Nacht mit ihr. Danach bin ich vor dem Tagesanbruch zurück gegangen um das Retreat abzuschliessen.
Für mich war dann wirklich klar, dass diese Zeit mein Leben drastisch verändert hatte. Zuvor hatte ich noch soviele Zweifel über die Retreatszeit. Aber danach hatte ich einen Beweis. Ein Zeichen eines Vetrauens, dass ich kein Opfer meiner Umstände, sondern Schöpfer dessen bin. Ich hätte nie gedacht vorher dass man einen solchen Moment als das sehen kann wie er ist. Ich hätte vorher gedacht in einer solchigen Situation würde ich den Freund verteufeln und ärgerlich anfluchen.
Also ging ich richtig gelassen und glücklich zurück.
Dort angekommen erklärte mir meine Freundin das doch mehr als nur die Massage dahinter war, und das sie am liebsten mit ihm gehen würde. Ich sprach danach mit meinem Freund welcher sich sehr entschuldigt hat für sein Verhalten, mir jedoch bekräftigte dass er gut für sie sorgen würde und auch wieder heil nach Hause bringen wird. (weil er eigentlich beschlossen hat in Asien zu bleiben, und ich den Eltern der Freundin versprochen habe für sie zu sorgen und sie wieder nach Hause bringen werde).
Ich glaube es war die Liebe zu ihr, die es mir ermöglichte sie so frei gehen zu lassen. Allerdings blieb ich noch eine Woche an diesem Ort, da ich mich versichern wollte, dass dies alles eine gute Entscheidung ist. Danach hatte ich ein gutes Gefühl und wollte meine Reise alleinig fortsetzen. Wir gingen dann alle zusammen auf die Post, da ich für mich alleine zuviele Sachen mit mir trug und einiges zurück in die Schweiz gesandt hatte.
Nachdem ich mich verabschiedete wollte sie mich noch unter 4 Augen sprechen. Sie weinte dann, weil sie nicht verstand mich verlassen zu können obschon sie mich eigentlich Liebte und immer noch liebt, und es keinen einzigen Grund gab mich zu verlassen. Das war dann keine einfache Angelegenheit. Ich bat sie frei zu entscheiden, aber dass ich heute diesen Ort verlassen werde. Sie sei willkommen mit mir mitzukommen, aber ohne Gewähr wie sich unsere Zukunft entwickeln könnte.
Schlussendlich sind wir dann zu zweit weitergereist. Nach einem halben Jahr gings dann wieder zurück in die Schweiz. Wir führten danach eine 12 jährige Ehe mit allen Ups und Downs. Die Ehe ist mittlerweile Geschichte. Nicht wegen der Liebe, sondern weil ich die Beziehung nicht mehr als förderlich für mich, sie und die Kinder empfand. Es war vielleicht meine Initiative sie zu beenden, aber versagt haben wir beide gleichwohl als Paar.
Vermutlich ist dies der Grund dass ich heute noch soviel Hass von ihr zu spüren bekomme. Sie hasst mich wirklich abgrundtief und würde mich am liebsten aus ihrer Welt verbannen. Doch wir teilen 2 Kinder, dessen Verantwortung ich nie hergeben werde.
Manche sagen sie hasst mich so fest weil sie mich noch liebt und nicht loslassen kann. Ich könnte aber auch denken, sie hat mich gar nie geliebt, sonst könnte kein Hass entstehen. Liebe kennt keine Anhaftung.
Hassen könnte ich sie nicht. Auf einer gewissen Weise ist eine Art Liebe noch vorhanden. Aber wahre Liebe denke ich eher nicht. Jedenfalls wünsche ich ihr tief im Herzen alles Beste.
Die Geschichte zeigt mir, dass es für Liebe nicht immer eine Beziehung benötigt. Das eine hat mit dem anderen nicht viel gemeinsam. Manchmal denke ich auch Liebe ist immer da. Obwohl ich auch sehr gut Eifersucht und Ängste kenne. Solche Gefühle zeigen mir dann stets wie unreif ich noch bin, und welches Potenzial sich hinter einem Nebel der Illusion meines Egos befinden.
Der Freund lebt mittlerweile immer noch in Asien. Unsere Freundschaft hat aber etwas abgekriegt. Wir haben uns zwar einige Male gegenseitig besucht nachher, auch habe ich noch Projekte mit ihm zusammen gemacht. Aber es ist noch nicht alles geklärt. Vermutlich beschäftigt ihn das ganze noch. Müsste ihm hierbei einfach auch mal verbal verzeihen um ihn davon zu lösen. Auch obschon ich ihn nie richtig verurteilt hatte deswegen. Aber wenn etwas nicht voll geklärt ist, entstehen Missverständnisse.
Ui, das ist jetzt aber ein Seelenstrip pur. Hätte da noch eine andere, sogar eine wunderschöne, aber für die ist der Zeitpunkt noch nicht gekommen. Bin natürlich auch gespannt Eure Gedanken basierend auf euren Geschichten zu erfahren.