ich hab mal clubber gekreuzigt.
ausserdem bin ich ein spirituell angehauchter extrem-asozialist, der angst im dunklen hat, vor allem in clubs und an outdoors. bardamen haben es mir angetan, sowie elfen, denen ich sowieso nicht mehr über den weg traue, weil, die sind so realistisch. und während ich so vergeblich nach einem om-zeichen an meinen kleidern suche, versuche ich zu verstehen, wie viele menschen es gibt, die vor jedem lebewesen respekt haben, vor allem in den situationen, in denen ich so richtig dolle in ein fleischstück hineinbeisse, oder mit offenen augen an einer party beobachte, wie lieb all die anderen sind, während sie so sachen an lebewesen verticken, die es mir nicht so recht einleuchtend erklären können, welchem wesen man die mit respekt verticken könnte, ohne seinem und einem anderen karma zu schaden. und während ich manchmal die nase voll habe, spinne ich so, die geschichte weiter und es fällt mir auf, das soeben die sonne augegangen ist, ohne das ich es bemerkt hätte. mitten im club

. spätestens nach dem vierten bier fällt mir dann ebenfalls auf, wie toll es ist, eine halbwegs funktionierende leber zu haben, sowie noch nicht gänzlich an alzheimer erkrankt zu sein, denn es fällt mir hin und wieder trotz der zu lauten musik auf, das ich mal müsste. so schlendere ich durch die sardinenbüchse, in der hoffnung, keine davon zu beissen, treffe nach zehn minuten halbheil in der warteschlange ein und geniesse es, endlich mal genügend zeit zu haben - zugegeben, bis dann ist es mir vielleicht vergangen...oder ich vergas, was ich eigentlich so vorhatte und mach dann was ganz anderes. der typ vor mir labert in meine richtung auf mich ein, sichtlich gerührt von der tatsache, wie geil er ist und wie er es schätzt, hier zu sein jetzt, während ich so das gefühl nicht loswerde, das genau ausgerechnet in diesem moment und zwar genau dieser typ am glücklichsten darüber zu sein scheint, dass er mich zulabern darf. mir gehts rechts rein und links ganz schnell wieder raus und ich wage einen kurzen, schneidenden blick hinter mich...und was seh ich da: einer, der so aussieht, als würde er gerade frisch vom turnverein kommen (adidas-jäggli), scheint fast zu platzen. der arme. dabei ist er vermutlich der einzige, der nicht einmal ein bier getrunken hatte. was nicht wirklich eine garantie dafür ist, das nichts in die hose gehen kann. aus dem loch kommt gerade ein farbiger zauberer mit einem hut, der mir vor augen führt, was farben bewirken können - ich schaue ihm kein einziges mal ins gesicht, weil ich zu abgelenkt bin. da der vor mir löcher in mich starrt, während er es immer noch nicht geschaft hat, einen stöpsel zu finden, schleiche ich mich fairnesshalber unauffällig an ihm vorbei - aaaah: eine tür und ein schloss können in manchen situationen wirklich als gute erfindungen der menschheit angesehen werden. drei minuten lang schruppe ich angewiedert die brille, bevor ich mich hinzusetzten wage. hier bin ich mensch. aber die, die vor mir da waren, scheinen noch viel mehr mensch gewesen zu sein, als ich das jemals könnte. ich starre also auf den boden, und was seh ich da: ein flyer auf dem anderen, die zweckentfremdet wurden - vermutlich von den ausserirdischen. ich versuche mich gerade zu konzentrieren, während die sperrholzwände wummern, als würden sie mich vorwarnen, vor ihrem baldigen zusammenfall. dabei entgeht mir nicht, dass sich an diesem so spirituellen ort gaaanz viel abgepielt haben muss - in den letzten paar stunden. *zensur* und schwups bin ich wieder auf der tanzfläche. ich versuche - so gut es eben geht - niemandem das gefühl zu vermitteln, ich sei anders. dies ist gar nicht so einfach, wenn man in eine richtung schaut, aus der gerade 8 augenpaare und ein halbes zu mir starren, als sei ich ein geist. vor allem, wenn man sie weder in die eine radikale ecke - noch in die andere einzuordnen vermag, wobei hier der richtige ort ist für die bemerkung, dass die unscheinbareren manchmal um ein vielfaches radikaler sein können, als alle anderen...