Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

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Capablanca

Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von Capablanca »

Fallen Angel 3 hat geschrieben:Erstens mal bedeutet alles verweigern keineswegs, dass man dann einfach alles machen darf, sondern nur dass man nicht Dinge tut, die sich mit Deinem Gewissen nicht vereinbaren lassen.
Naja: wenn ich alles verweigere, was mir nicht passt, tue ich zunächst nur das, was mir passt. Richtig?
Und da ist der Schritt nicht weit, Dinge zu tun, die man nicht darf, denn eigentlich kann ich dieses, weshalb ich es nicht darf, verweigern.
Nicht etwas dürfen ist wieder nur so eine Vorschrift, an die man sich halten sollte, ein sog. Imperativ.
Oder anders gesagt: eine Vorschrift in deinem Sinne ist ein Zwang zu einer Nicht-Handlung (z.B. zum Nicht-Stehlen), resp. ein Gesetz, da aber eine Nicht-Handlung ebenso eine Handlung ist, kann man sie verweigern ;-)

Und ohnehin: warum sollte ein Polizist so einen Straftäter einsperren, wenn er keinen Bock dazu hat?
Wenn er vielleicht denkt, nein, jeder Mensch, auch der Straftäter, sollte frei sein, sonst würde man Menschenrechte verletzen?
Fallen Angel 3 hat geschrieben:Oder ganz einfach das Gesetz: Was Du nicht willst das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.
Dann wäre ein Amokläufer, der am Ende sich selbst ebenso zu töten vor hat, auch kein Straftäter?
Außerdem, woher will ich wissen, was einer will, dass man ihm tut. Vielleicht will er sich den kleinen Finger abschneiden, weil er für die Yakuza arbeitet? Oder er will sexuell Misshandelt werden? Oder er will täglich 5 Stunden lang Extremsport treiben und nimmt sich dann das Recht raus, andere dazu zu zwingen, da er sich selbst dazu zwingt.
Was jemand sich selbst tun will, ist von einem zum anderen verschieden, daher als Gesetz äußerst gefährlich.
Fallen Angel 3 hat geschrieben:Was in gewissen Ländern mit den Frauen gemacht wird, ist Scheisse. Und es ist politisch nicht korrekt, wenn man das sagt?
Ich würde sagen, dass es menschlich nicht korrekt ist. Aber dies trifft halt auf meinen begrenzten Blickwinkel zu. Sehen viele nicht so. Es geht aber nicht nur um die Frauen ... es gibt auch viele andere Beispiele, in denen Menschenrechte verletzt werden. Außerdem finde ich es arrogant von den Menschen, dass Menschenrechte nur für Menschen gelten, da sie für Tiere ebenso gelten sollten. Sind schließlich auch leidende Wesen ...

Aber mir ist insgesamt schon klar, auf was du hinaus willst. Gebe es sozusagen einen einheitlichen globalen Putsch würde das System auseinander brechen ... die Mächtigen würden fallen. Ich sage nur, dass das der Weg zur vorübergehenden Anarchie wäre, bis sich die Welt neu organisiert und ein neues System gebildet wird, was nicht mal einen Millimeter besser sein muss. Denn die Ursache für unsere Probleme ist nicht irgendein System, d.h. auch nicht das Finanzsystem oder der Kapitalismus, der Sozialismus, der Nationalismus, der Liberalismus, ein religiöses System oder sonst eine Form des Denkens, die Ursache ist einzig und allein die Gier, die in jedem Menschen bis zu einem gewissen Grad vorhanden ist. Selbst der machthaberischste Tyrann ist nicht mal um einen Hauch ein schlechterer Mensch, als irgendein einfacher Bauer, der sein Vieh ausbeutet oder grundlos seine Kuh schlägt, oder etwa ein Schlägertyp, der grundlos andere anpöbelt und den Streit sucht. Das ist die 42. Die Ursache alles Leids ist in uns selbst. Der Rest drum herum ist nur eine Freakshow.
u.s.l.

Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von u.s.l. »

Capablanca hat geschrieben: Die Ursache alles Leids ist in uns selbst. Der Rest drum herum ist nur eine Freakshow.
eine ganz interessante schlussfolgerung :-k so banal, dass sie sogar mir einleuchtet. da spielt es auch keine rolle, ob die kuhrechte in indien andere sind, als hier - wer zu seinem hamburger kommen will, der muss was dafür tun, (obwohl auch die, die nicht arbeiten, etwas essen müssen), was wiederum logischer weise gewisse nebenerscheinungen mit sich bringt, wie zum beispiel, dass die hamburgerkuh co2 produziert (plus eine menge...ach, lassen wir das) was wiederum nicht so in ordnung ist, jedoch die sch*** nicht wirklich in einem kausalen zusammenhang stehen dürfte mit der tatsache, dass man sie nicht dem in die schuhe schieben kann, der nicht auf seinen hamburger verzichten will - freakshow hin oder her. immerhin hat er nicht wirklich hunger - nein, das kennt er nicht wirklich - und er könnte genausogut auf den hamburger verzichten - die kuh wäre nicht mehr zu retten und die sch*** könnte man auch nicht ungesch*** machen, weil es für manche dinge einfach zu spät ist. es gibt einen punkt, von dem aus es kein zurück mehr gibt. diesen punkt gilt es zu erreichen.
Fallen Angel 3
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Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von Fallen Angel 3 »

Ich wusste, Du bringst Amokläufer und andere Psychopathen ins Spiel, daher habe ich vorhin ja auch geschrieben:
Vielleicht noch ergänzt mit: Was andere nicht wollen, dass Du ihnen antust, das ebenfalls nicht.
Lest doch mal mein Zeug, also wirklich.

Was die Eklärung des Nicht-Tun's angeht, die ein Tun impliziert, so magst Du damit recht haben (ich schreib das auch nur, weil mir das zu hoch ist), aber es geht dennoch am wesentlichen Kern vorbei, nämlich dem aktuellen Status Quo, nach dem wir zurzeit das Umekehrte Problem haben, nämlich, dass jeder (oder zumindest fast) macht was ihm gesagt wird, und zwar immer, und ohne das zu hinterfragen, und ganz egal worum es geht. Das ist die aktuelle Regel. Und dass es auch ander gibt weiss ich auch. Aber solange die gesamte Gesellschaft darauf aufgebaut ist, wird es eine niemals geben:


Zivilcourage im grossen Stil.

Und drum sind all diese Hoffnungen bezüglich einer kritischen Masse seitens Esoterischer Seite einfach nur ..

naja

Hoffnungsvoll, vermutlich.

Idioten wird es immer geben ganz egal, welches System man hat, das stimmt ja, und irgendwie muss man mit denen klarkommen, auch das ist richtig. Aber einen FEHLER im System an sich, sollte man - wenn man ihn schon erkennt - gemeinsam korrigieren. Sonst machts irgendwann

*Tilt*

Ich glaube eine Gesellschaft, die nicht Hierarchisch aufgebaut ist, besser funktioniert. Diese Hierarchie gibt es aber, und nicht nur im Militär sondern überall. Solange es das gibt, ist jegliche "Verbesserung" nur Augenwischerei oder Ablenkung vom Wesentlichen. Eine Gesellchaft die darauf gründt, dass man die Verantwortung abschiebt, KANN keine Verantwortung übernehmen. Die Konsequenz ist Ausbeutung - entweder als Täter oder als Opfer.
Ich würde sagen, dass es menschlich nicht korrekt ist. Aber dies trifft halt auf meinen begrenzten Blickwinkel zu. Sehen viele nicht so.
Das sind ja auch die hinterletzen Vollärsche, jene, die das anders sehen. Aber das ist vermutlich nicht das Thema, weil Traditionen nichts weiter als ein anderer Fehler im System sind, der bedauerlicherweise nicht korrigiert werden kann.
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
Zachariel Drachenherz

Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von Zachariel Drachenherz »

FA, versuch mal - wenigstens ein klitze kleines bisschen -, Deine Feinde zu lieben. Das muss überhaupt nicht heissen, das Du gutheissen sollst, was "sie" tun, gar nicht.

Wenn Du schon schreibst, dass Du ziemlich genau bescheid weisst, wie dieses system funktioniert, dann gehe ich von der annahme aus, dass Du doch einigermassen aufgewachter und auch weiter bist als der grosse Teil der Masse, die mit dem system einfach nur mitzieht.

Hast Du Dir mal überlegt, dass solche Menschen Deine Liebe umso nötiger haben, als Deine Verachtung und Deinen Hass?

Ich hoffe, Du wirst diese Worte mal so verstehen, wie ich sie wirklich meine.

*umarm*
Capablanca

Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von Capablanca »

Fallen Angel 3 hat geschrieben:Ich wusste, Du bringst Amokläufer und andere Psychopathen ins Spiel, daher habe ich vorhin ja auch geschrieben:
Vielleicht noch ergänzt mit: Was andere nicht wollen, dass Du ihnen antust, das ebenfalls nicht.
Warum sollte mich - als bösen, gemeinen und ausbeuterischen Menschen - interessieren was andere wollen? Das ist wieder eine Vorschrift, an die ich mich halten muss [-( Ein Diktat der "Anderen" - da stecken doch bestimmt wieder die Mächtigen dahinter, die das definieren.
Aber im ernst: wenn wir jetzt dieses "was die anderen Wollen" dazu nehmen, muss klar definiert werden, was die anderen wollen. Und Ruck-Zuck werden wieder ganz ganz dicke Gesetzesbücher entstehen, weil die anderen eben viel nicht wollen bzw. wollen (die anderen wollen von Andersdenkenden - bzw. Systemgegnern - beschützt werden, also brauchen wir wieder eine Polizei oder eine Armee). Ich habe deine Ergänzung nicht weiter beachtet, weil es den ersten Teil förmlich aufhebt. Wenn es nur ein Gesetz geben soll, tue einem anderen nicht, was du selbst nicht willst, dass dir getan wird, muss da ein Punkt folgen. Eine Forderung im Sinne "was die anderen wollen bzw. nicht wollen" schafft wieder dicker Gesetzesbücher (denn schließlich gibt es viele andere) und wir kehren an den Punkt zurück, von dem wir eigentlich davonlaufen wollten.

Aber am kategorischen Imperativ haben sich schon andere aufgehängt, wirklich funktionieren tut er nicht.

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

auch interessant dazu:
Kritik am ketegorischen Imperativ
Fallen Angel 3
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Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von Fallen Angel 3 »

@zachi
nein, ich hasse nicht die menschen. ich hasse kalte, tote, sterile programme, die versuchen aus den menschen kalte, tote, sterile drohnen zu machen, weil diese "dinger" - wie die regel, nach der diese gesellschaft aufgebaut ist, dass man immer tun soll was einem befohlen wird, und wenn man keine befehle hat, nach ihnen zu suchen... - selbst nicht lebendig sind, und auf liebe - im gegensatz zu menschen - nicht reagieren.

@Capa
zu diesem "was du nicht willst das man dir tu"-thema - hey na gut, vielleicht kann man keine gesetzgebung darauf aufbauen, aber eine bessere "grundregel" als "tu was man dir befiehlt ohne es zu hinterfragen" ist es allemal.
Zuletzt geändert von Fallen Angel 3 am Fr 21. Aug 2009, 22:01, insgesamt 1-mal geändert.
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
u.s.l.

Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von u.s.l. »

reich ist, wer das wesen derer, die er erkennt, nicht als dümmer hinzustellen versucht, als sich selbst.

gez. der unabhängige kritiker
Fallen Angel 3
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Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von Fallen Angel 3 »



passt grad zum Thema.

He's five foot-two, and he's six feet-four,
He fights with missiles and with spears.
He's all of thirty-one, and he's only seventeen,
Been a soldier for a thousand years.

He'a a Catholic, a Hindu, an Atheist, a Jain,
A Buddhist and a Baptist and a Jew.
And he knows he shouldn't kill,
And he knows he always will,
Kill you for me my friend and me for you.

And he's fighting for Canada,
He's fighting for France,
He's fighting for the USA,
And he's fighting for the Russians,
And he's fighting for Japan,
And he thinks we'll put an end to war this way.

And he's fighting for Democracy,
He's fighting for the Reds,
He says it's for the peace of all.
He's the one who must decide,
Who's to live and who's to die,
And he never sees the writing on the wall.

But without him,
How would Hitler have condemned him at Dachau?
Without him Caesar would have stood alone,
He's the one who gives his body
As a weapon of the war,
And without him all this killing can't go on.

He's the Universal Soldier and he really is to blame,
His orders come from far away no more,
They come from here and there and you and me,
And brothers can't you see,
This is not the way we put the end to war.



Es ist wahrscheinlich sinnlos, den Versuch zu unternehmen, den Thread noch zu "retten". Die eigentliche Absicht dieses Threads wurde wahlweise als Negativismus, Hass auf Menschen, den Wunsch nach Anarchie und philosophische Unmöglichkeit, sowie mein ganz persönliches Problem diffamiert.

Der Punkt an der Sache ist jedoch, dass ich hier im Grunde genommen einfach ein bisschen mehr Wind um den Altbekannten "Hippie"-Spruch gemacht habe, der da lautet:

"Stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin".

Aber wir können die Verantwortung für unsere Taten ja glücklicherweise abgeben, wir sind in einem System, worin keiner gezwungen ist, Verantwortung zu übernehmen - wahre Verantwortung - sondern einzig die eine Regel zu befolgen hat: dass man Befehlen und Gesetzen (gefälligst) gehorcht. Was dann lustigerweise als Verantwortung übernehmen bezeichnet wird. :lol:

Wahrscheinlich bin ich der einzige den das stört. Aber vielleicht irre ich mich ja auch.

Es ist jedoch keineswegs meine Absicht die Revolution auszurufen, oder mich "nur mit Negativem" zu beschäftigen. Im Gegenteil: ich versuche etwas nüchterne Erkenntnis zu streuen. Versuche Dunkelheit zu vertreiben. DEN Grundfehler unseres Pyramidensystems zu beleuchten, um ihn aufzulösen - nicht um drüber zu jammern. ;)

Scheint mir nicht zu gelingen. O:)
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
u.s.l.

Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von u.s.l. »

hinzusitzen und zu schreiben "gibt es noch mehr, die finden: "fuck-off!" ist viel einfacher, als aufzustehen, die ärmel hochkrempeln, und zu sagen: "nein! nicht: "fuck-off!"" :-k

kewler thegst - rigensüb ;)
Fallen Angel 3
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Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von Fallen Angel 3 »

ähm also aufstehen und auf die frage, ob es noch mehr gäbe, die fänden fuck off, mit der antwort "nein, nicht fuck off" antworten, ist schwieriger als die frage zu stellen? 8-[

mag sein. und was genau soll die antwort bedeuten?

übrigens in deutschland wird es nun wohl doch keine zwangsimpfung geben, sie haben nämlich nur impfstoff für etwa 20mio. einwohner. gemäss dem naturgesetz von angebot und nachfrage (pun intended) macht diese zahl sogar sinn.
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
Capablanca

Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von Capablanca »

Fallen Angel 3 hat geschrieben:"Stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin".
Ein schöner Gedanke - doch leider unrealistisch. Es werden sich immer genügend Menschen finden, die es als toll und richtig ansehen, solche, die nicht hingehen, blutig niederzuknüppeln. Deshalb funktioniert der Krieg. Viele befolgen die Befehle aus Angst, weil sie erkennen, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt.

Man wird aber nicht das Problem, welches du ansprichst, damit lösen können, indem man irgendwelchen Leuten sagt, sie sollen "fuck-off", "nein, ohne mich" oder sonstwas sagen .... nein, das Problem ist viel fundamentaler. Liegt meiner Meinung nach einerseits an unserer menschlichen Dummheit, andererseits an etwas, was ich persönlich sogar viel schlimmer als Dummheit bezeichnen würde - ein tief liegendes Verlangen anderen Leid zuzufügen - ein Verlangen, welches mit der Gier korreliert.

Das von dir beschriebene Problem wäre nur dann lösbar, gebe es einen fundamentalen globalen Wandel (es müssten alle gleichzeitig aufwachen). Es würde gewiss nicht reichen, wenn er nur hier stattfände ... es müsste überall geschehen. Und das ist wiederum so unrealistisch, dass ich diesbezüglich jede Hoffnung schon vor langer Zeit aufgegeben habe. Man muss akzeptieren, d.h. die Dinge hinnehmen wie sie sind und bestenfalls mit kleinen Schritten anfangen, aber dabei nie den Blickwinkel für das Globale verlieren. Was würde uns eine Veränderung hier nützen, wenn wir am nächsten Tag von der Armee x überrollt werden?

Lang ist der Weg, und es wird sicher immer wieder Rückfälle geben. Aber es ist in meinen Augen der einzige Weg, den wir haben. Du machst insofern finde ich nichts falsch, wenn du Bewusstsein schaffst. Bewusstsein schaffen, für Aufklärung sorgen ist sicherlich nützlich und wertvoll.

Sinnvoll ist es aber auch, seine Mitmenschen nicht voreilig für etwas zu beschuldigen, stattdessen zu versuchen, sie besser zu verstehen. Dies soll aber jetzt kein Vorwurf an Dich sein /color
Fallen Angel 3
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Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von Fallen Angel 3 »

=D> wieder einmal ein genialer Beitrag von Dir. Wenn jemand den Thread gerettet hat, dann bist das Du. Danke dafür.

Du sagst, dass Du die Hoffnung aufgegeben hast. Nun, das geht mir doch auch so. Was meinst Du, warum in mir teilweise Wut brodelt, und mir die Fähigkeit zu verstehen, teilweise abhanden kommt. Weil ich die Hoffnung auf eine derart riesige Veränderung der Menschheit - zeit meines Lebens - nicht mehr habe.

Dass es ein gewaltiges, riesiges PROJEKT ist, die Menschheit von Krieg und Zwietracht zu befreien, ja sie überhaupt von Strukturen zu befreien, die keineswegs "Organisiert" (im besten Sinne des Wortes ;) ) sind, sondern willkürlich und chaotisch, das versteht sich von selbst. Zu viel Rache, zu viel Leid, zu viel Unklarheit.

Um dies Ziel zu erreichen genügt ein Menschenleben nicht, genügen all die Menschenleben, die zurzeit lebendig sind nicht. Was aber nicht bedeutet, dass es (völlig) unrealistisch ist. Betrachten wir die Menschheit mal aus einer „höheren“ Warte, so ist sie durchaus FÄHIG dazu, den Zustand eines friedlichen, gerechten Planeten zu erreichen. Nur halt nicht gleich morgen.

In vielen Jahrtausenden aber, wenn man all die Menschenleben zusammenrechnet, die bis dahin gelebt haben, werden, da rückt das Ziel relativ gesehen zum Alter des Universums, bereits in greifbare Nähre. Was braucht es dazu?

Hoffnung, Visionen, Utopien. Wünsche. Gebete? Warum nicht, vielleicht gibt es ja doch das eine oder andere höherdimensionale Wesen, dass uns unterstützt, und wenn nicht – naja nützt’s nichts, schadt’s nichts. Jedenfalls braucht es: ein Ziel.

Dieses Ziel haben grosse Geister der Vergangenheit (John Lennon, Lao Tse etc.) schon einmal vorgezeichnet. In der irrealen Welt der Vorstellungskraft (Imagine it) gibt es diese Welt bereits, sie ist also schon real – nur noch nicht umgesetzt, auf Erden. Sozusagen.

Vieles von dem was ich schreibe, mag auf eine seltsame Art Hoffnungslos, ja Negativ erscheinen. Oftmals irre ich mich. Manchmal treibt mein Ego, meine Gedanken. Ja. Aber: Hin und wieder, da sehe ich – greifbar nahe, irgendwie – eine Zukunft. Eine Welt des Friedens.

Noch sind wir weit davon entfernt, aber wir sind der Idee dennoch nie ganz untreu geworden. Wir Menschen meine ich damit. Wenn ich einen Sinn im Leben sehen soll, so brauche ich eine Art Ziel. Wenn dieses Ziel darin besteht, mein persönliches Leben auf das auszurichten, einer dieser Schritte zu sein, irgendwann gewesen zu sein, der die Menschheit weiter gebracht hat, so habe ich Sinn, hat mein Leben Sinn – und auch die Menschheit hat ihren Sinn.

Um nun völlig in die Philosophie abzuschweifen: allenfalls hat ja sogar das aktuelle Leid, und haben die Kriege der Vergangenheit, hat die Dualität unseres Daseins, die Frage nach Gut und Böse, ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen. Oder werden dies irgendwann getan haben. Vielleicht auch einfach als schlechtes Beispiel.

Als nach dem zweiten Weltkrieg ganz Europa zerstört war, gab es das Ziel, dass dies nie wieder geschehen sollte. Die EU war (letztlich) die Folge davon. Nun bin ich zwar ein Kritiker der EU, das heisst aber nicht, dass ich die eigentliche Idee dahinter ablehnen würde. Ganz im Gegenteil.

Kritik an einem System, bedeutet nicht, dass man das ganze System abschaffen möchte, sondern die Teile davon verändern, die nicht funktionieren. Es bedeutet nicht, dass man das Kind mit dem Bad ausschütten möchte. Jedoch, hin und wieder sollte man das Wasser wechseln, oder warmes Wasser nachfüllen.

Dieses Wasser entspricht den Kerzen von denen Zachariel gesprochen hat. Und so gesehen verstehe ich – denke ich – nun auch seinen Ansatz: Eine von Leichtigkeit getragene Vision, ist das was wir Menschen des 21. Jahrhunderts brauchen. Nenn das ruhig Utopie, denn es ist eine. Gleichzeitig ist dieses unrealistische Ziel, aber auch das, was uns dazu befähigt, Gesetze und Strukturen zu erschaffen, die eine tatsächlich schöne Welt irgendwann Wirklichkeit werden lassen.

Weil wir dann noch an etwas Glauben. Sagen wir mal: an das Gute. ;)

Also: stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin – oder um es mit John Lennon zu sagen:
Stell es Dir einfach wirklich mal vor, wie das wär.
Und die Antworten, was Du in Deinem Leben tun kannst, die Antworten, was ich in meinem Leben tun kann – und was wir gemeinsam erreichen können, kommen wie von selbst.
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
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Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von juerg »

Fallen Angel 3 hat geschrieben: Du sagst, dass Du die Hoffnung aufgegeben hast. Nun, das geht mir doch auch so. Was meinst Du, warum in mir teilweise Wut brodelt, und mir die Fähigkeit zu verstehen, teilweise abhanden kommt. Weil ich die Hoffnung auf eine derart riesige Veränderung der Menschheit - zeit meines Lebens - nicht mehr habe.
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Nur halt nicht gleich morgen.
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Dieses Ziel haben grosse Geister der Vergangenheit (John Lennon, Lao Tse etc.) schon einmal vorgezeichnet. In der irrealen Welt der Vorstellungskraft (Imagine it) gibt es diese Welt bereits, sie ist also schon real – nur noch nicht umgesetzt, auf Erden. Sozusagen.
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Ja. Aber: Hin und wieder, da sehe ich – greifbar nahe, irgendwie – eine Zukunft. Eine Welt des Friedens.
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Nenn das ruhig Utopie, denn es ist eine. Gleichzeitig ist dieses unrealistische Ziel, aber auch das, was uns dazu befähigt, Gesetze und Strukturen zu erschaffen, die eine tatsächlich schöne Welt irgendwann Wirklichkeit werden lassen.
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Und die Antworten, was Du in Deinem Leben tun kannst, die Antworten, was ich in meinem Leben tun kann – und was wir gemeinsam erreichen können, kommen wie von selbst.
was nun..glaubst du daran oder nicht :-k

jeder Gedanke ist wie eine Bestellung im universellen Restaurant

wenn mann wirklich daran glaubt und es Zeit ist bekommt mann es serviert

und zuerst in sich selbst und dann auch in den, durch resonanz "angezogenen" mitmenschen,
kommt es zu einer friedvollen Welt

wie innen...auch aussen....

don't give up your dreams....they become reality O:)
In den Momenten, in denen es uns gelingt, zu sein, was wir sind, ohne zu fragen,
was wir sein sollten, funkelt unser Lebenslicht wie ein heller Stern.

Liebe das Leben
aber lebe die Liebe.

***G L O B A L I Z E *** LOVE
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Re: Verantwortung abgeben und die Frage der Schuld

Beitrag von Fallen Angel 3 »

Hi Jürg
Die Antwort lautet: beides. Ich habe es aufgegeben daran zu glauben, dass das in den nächsten Hundert Jahren oder so, kommen wird (ein Zeitalter des Friedens, des Fortschritts, der Nächstenliebe und des Umweltschutzes), aber ich glaube daran, dass wir Menschen es irgendwann schaffen werden, trotz oder sogar mit der Technologie und der grossen Anzahl an Personen, das umzusetzen, was einige Indianervölker bereits gelebt hatten (nur das auch sie halt nur ein kleiner Teil der Menschheit waren). Es gibt auch heute noch Menschen, die das Gute leben und realisieren. Bis der ganze Planet das auch schnallt, gehts halt einfach eine Weile.

So gesehen: sind die Träume, Lieder, Bücher und so weiter umso wichtiger, weil nur diese Visionen uns davon abhalten, aufzugeben.

Wenn man dann eines Tages stirbt, weiss man im besten Fall, dass man die Menschheit irgendwie weiter gebracht hat. Wenn man sein Leben jedoch damit zubringt, ständig fast schon hysterisch davon zu sprechen, dass morgen oder vielleicht auch übermorgen, alles gut sein wird, und dann enttäuscht sein, wenns nicht klappt - naja ich denke, das genügt nicht.

Eine Vision zu haben, hilft einem dabei, sie soweit möglich bereits umzuetzen. Es ist nicht nötig, etwas unmögliches zu erreichen. Die Ganze Welt ändern, zum Beispiel ist einigermassen unmöglich. Jedoch ein Teil der Veränderung zu sein, die sich über die nächsten Fünftausend Jahre oder so hinzieht, das ist durchaus möglich.
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
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