ich verstehe deinen ansatz schon. aber du willst doch nicht leugnen, dass es einen unterschied in der art des bewusstseins gibt zwischen mensch und allen anderen lebewesen. wir sind die einzige spezies (und wenn das nicht stimmt, dann soll mich der blitz treffen) welche nicht nur beobachtet, sondern auch erkennt. wir denken! denken wird permanent unterschätzt und immer gern als lästiges nebenprodukt der hirnmasse gesehen. aber es ist das grösste geschenk, denn damit haben wir anteil am geist, an der quelle des seins. wir sind bemächtigt wahrheit zu denken. selbst die buddhistische erleuchtung ist nicht denkbar und auch nicht erfahrbar ohne die macht des gedankens und des erkennes von wahrheit. und diese gabe kann meiner meinung nach keine evolutionäre sache sein, denn dafür gibts keine wirklich materiellen oder biologisch zwingende bedingungen oder fortpflanzungsvorteile. wir haben ein ich, sind selbstreflexiv, sind uns selbst (als individuum) bewusst. und wir beobachten mit der gleichen bewusstheit auch alles ausserhalb von uns (also die natur) und stellen das in einen zusammenhang mit uns selbst. wir sind sozusagen der (schöpfende) geist, der sich selbst beobachtet. wir sind die art und weise gottes, auf sein werk zu schauen. wir sind die art und weise der sterne, auf sich selbst zurückzublicken. wir sind die rückkopplungsschleife, ohne die für mich nichts sinn macht.
auch unabhängig davon, wenn ich mit deinen worten argumentiere, existiert die menschliche "version" der welt nur so lange es menschen gibt. da alle lebewesen zt sehr unterschiedliche wahrnehmungen und wahrnemungsorgane haben, wird jedes andere abbild der welt ziemlich andersartig sein. der beobachter macht aus der energie das bild.
im übrigen liegt mir der gedanke fern irgendeine wahrnehmung der welt als illusion zu betrachten. wenn es illusion gäbe, dann bräuchten wir eine referenz, an der wir messen könnten, ob es sich um eine illusion handelt oder nicht. an diesem punkt schliesst sich die rückkopplungsschleife auch wieder. es macht keinen sinn über illusion oder wahrheit zu sprechen. "ich" bin die absolute und notwendige bedingung für die existenz des universums. du auch. und das macht es schwierig. hier hört der verstand auf zu funktionieren. genau wie bei verschränkten quanten... oder einem koan
da mein grundsätzlicher standpunkt nicht den geist als epi-phänomen der materie sieht, sondern die materie als spiegel des geistes, kann ich nicht wirklich hier mitreden. für mich steht fest: die welt wird ohne den menschen nicht sein, denn die welt ist ein teil des menschen, nicht umgekehrt.