Aggressionen an Partys, ein vorübergehendes Phänomen?

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Nimmt eine unterschwellige Aggression an Partys zu?

Umfrage endete am Di 24. Jul 2007, 12:07

Ja, es geht leider in diese Richtung
15
27%
Nein, ist mir nicht aufgefallen
12
21%
Kommt auf die Party an
24
43%
Ist alles zufällig
5
9%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 56

Capablanca

Beitrag von Capablanca »

... also ohne mich jetzt einmischen zu wollen, was ich aber zwangsläufig hiermit tue, muss ich euch beiden recht geben:

Man kann ein Wort rein formal betrachten, als Werkzeug für Kommunikation (Satropa).

Man kann ein Wort analytisch zerlegen, und schauen welche Funktion des Bewusstseins aufgerufen wird (Angel).

Somit ist es sinnlos darüber zu diskutieren, denn beide Herangehensweisen haben ihre Berechtigung. Die Toleranz ist keine Ignoranz, noch Ignoranz Toleranz, aber wenn man das alles auf einer funktionalen Ebene des menschlichen Geistes sieht, ist die Grenze zwischen beiden verschwindend dünn.

Hier eine etwas breitere Definition der Ignoranz, als derjenigen, die sich nur aus dem latinischen ableitet (Wikipedia):
Die Ignoranz zeichnet sich dadurch aus, dass eine Person etwas – möglicherweise absichtlich – nicht kennt, nicht wissen will oder nicht beachtet. Das Wort ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf das lateinische Substantiv ignorantia = Unwissenheit, Dummheit bzw. das Verb ignorare = „nicht wissen“, „nicht kennen“ (von notus, -a, -um = bekannt und dem verneinenden in) zurück.

Ignoranz wird heute im Deutschen oft als ein Vorwurf an eine Person verwendet, der Desinteresse und Unwissenheit bis hin zur Dummheit unterstellt wird. Als Gegensatz zur Toleranz gilt die Ignoranz auch als die Unfähigkeit oder den Unwillen, Nicht-Akzeptanz zu äußern.


Wobei man sieht, dass bei beiden eine Nicht-Akzeptanz besteht (identische Bewusstseinsfunktion), und bei der Ignoranz von einer Unfähigkeit/Unwillen dies zu äußern (als Zusatz oder als Mangel) gesprochen wird.
satropa
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Beitrag von satropa »

Äpfel oder Birnen? ;-)

Zum Thema Aggressivität habe ich im Moment gerade nichts mehr zu äussern.
Hörst du zu, lernst du meistens etwas.
Capablanca

Beitrag von Capablanca »

satropa hat geschrieben:Äpfel oder Birnen? ;-)
Ich bevorzuge Äpfel 8-[
Fallen Angel

Beitrag von Fallen Angel »

juxeii im Thread: Apfel und Birnen, hat geschrieben: wenn ich zum ursprungsthema doch mehr als nur vage ansätze hätte, wär das schonmal was. aber irgendwie dreht sich bei dem thema alles im kreis und meine synapsen bekommen ein "lösungnetz" einfach nicht gebacken. mit liebe den aggros an partys begegnen? ja, muss wohl noch gehörig an mir arbeiten :-( das sind formen des verhaltens die man nicht hoch genug einschätzen kann. was hält uns(mich) davon ab? unsicherheit? feigheit? empathische verkrüppellung, angesammelt durch lebensjahre die die gesellschaft durch und durch getränkt hat?

alle weiteren "lösungvorschläge" zum thema, werden alsbald im original-fred gepostet ;-)
also "liebe deine feinde" ist natürlich nicht ganz einfach.
aber gehen wir das mal in gedanken durch: wie würde es sich anfühlen, jemandem mit zuneigung zu begegnen, der einem eigentlich so richtig auf die eier geht? jemand der aggressiv, gemein, und fies ist. jemand der einem all die gute stimmung versaut. wenn man ihm ins gesicht schaut und denkt, hey du mensch, schlechten tag gehabt? und ihm dann ein lächeln zuwirft, kein auslachendes, sondern ein freundliches lächeln, ein lächeln, dass die sonne rauskommen lässt, ihm zeigt, dass er als mensch akzeptiert wird, der schwäche zeigt (die aggression), als mensch der er im moment ist und als der mensch der er sonst ist (wenn er nicht aggressiv ist). ihm auf sanfte weise zu sagen, hey, was is denn los? so schlimm?

ich weiss nicht ob ich das könnte... ich weiss auch nicht ob es funktionieren würde... aber vielleicht wärs wirklich mal n' versuch wert...?
juxeii
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Beitrag von juxeii »

Fallen Angel hat geschrieben: also "liebe deine feinde" ist natürlich nicht ganz einfach.
aber gehen wir das mal in gedanken durch: wie würde es sich anfühlen, jemandem mit zuneigung zu begegnen, der einem eigentlich so richtig auf die eier geht? jemand der aggressiv, gemein, und fies ist. jemand der einem all die gute stimmung versaut. wenn man ihm ins gesicht schaut und denkt, hey du mensch, schlechten tag gehabt? und ihm dann ein lächeln zuwirft, kein auslachendes, sondern ein freundliches lächeln, ein lächeln, dass die sonne rauskommen lässt, ihm zeigt, dass er als mensch akzeptiert wird, der schwäche zeigt (die aggression), als mensch der er im moment ist und als der mensch der er sonst ist (wenn er nicht aggressiv ist). ihm auf sanfte weise zu sagen, hey, was is denn los? so schlimm?
z.zt. würde ich bei so etwas kläglichst scheitern :-( . wenn ich mit einem menschen im blickkontakt stehe, so erlebe ich das, als ob uns beide ein "energie"-schlauch für diese momente verbindet. er sendet negative energie, ich positive(zumindest der einbildung nach). ist seine menge aber erheblich grösser als meine, so überträgt er einfach mehr negatives zu mir, sodaß es mir einfach nicht ehrlich gelingen kann, ihm gegenüber positiv zu wirken. er hat "gewonnen"....

es ist einfach eine frage der festigkeit der eigenen persönlichkeit. wenn diese stark genug ist, dann wird jede positive geste als solche auch gesehen und ist kein zwanghaftes verstellen. das letztere provoziert m.e. nach nur noch weitere aggression, weswegen ich es erst gar nicht versuche :-(

lösung: an sich arbeiten. klingt mega abstrakt, aber zumindest sollte man es ab und an ins bewusstsein rücken.
Fallen Angel hat geschrieben: ich weiss nicht ob ich das könnte... ich weiss auch nicht ob es funktionieren würde... aber vielleicht wärs wirklich mal n' versuch wert...?
finde diesen vorschlag als einen der "edelsten" und hilfreichsten, denn wenn du es schaffst deine lebensfreude auch nur ein wenig auf ihn zu übertragen, und er dies auch als ehrlich erkennt, dann nimmt das schon mal sehr viel feuer aus dem spiel.
nur wie gesagt: dazu gehört mehr als es tun, es muss ein tun aus dir selbst sein.

just my 2 cents
Vertrauen ist die größte Selbstaufopferung.
(Friedrich Hebbel)
Fallen Angel

Beitrag von Fallen Angel »

@juxeii
was aber, wenn es so etwas wie "energie" gar nicht gibt? wenn alles was wir sehen, auch das ist, was da ist, wenn also das, was der aggressive im gesicht des friedlichen sieht, tatsächlich da ist, und es das ist, was der aggressive sieht. was ihn dazu bringt, sich zu beruhigen, sich ein kleines biesschen zu öffnen.

ich gebe dir aber, ob jetzt energie existiert oder ob alles psychologisch erklärbar ist, recht: es kann nicht funktionieren, wenn es zwanghaft betrieben wird, das würde der aggressive merken, und er käme sich verarscht vor. oder nicht ernst genommen.
dazu gehört mehr als es tun, es muss ein tun aus dir selbst sein.
es gibt aber solche menschen, die das wirklich können, die tatsächlich fähig sind, auf aggression einzuwirken, sodass sie verschwindet. vielleicht sind das auch einfach die kollegen des aggressiven... wenn dem so ist, bleibt zu hoffen, dass er welche hat, und wenn nicht, dass er solche findet - an einer goa beispielsweise...?

:?:
juxeii
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Beitrag von juxeii »

Fallen Angel hat geschrieben:@juxeii
was aber, wenn es so etwas wie "energie" gar nicht gibt? wenn alles was wir sehen, auch das ist, was da ist, wenn also das, was der aggressive im gesicht des friedlichen sieht, tatsächlich da ist, und es das ist, was der aggressive sieht. was ihn dazu bringt, sich zu beruhigen, sich ein kleines biesschen zu öffnen.
ich habe die "energie" ja nicht als etwas physisches postuliert, sondern einfach nur eine beschreibungsmöglichkeit gesucht für mein empfinden in so einer situation. dieses "tatsächliche" was er sehen sollte, ist ja genau das was ich meinte. es muss aber eben aus dir selbst kommen und solche menschen mit dieser "reinen" fähigkeit der unmittelbaren empathie sind mir erst wenige untergekommen.
Fallen Angel hat geschrieben:
dazu gehört mehr als es tun, es muss ein tun aus dir selbst sein.
es gibt aber solche menschen, die das wirklich können, die tatsächlich fähig sind, auf aggression einzuwirken, sodass sie verschwindet. vielleicht sind das auch einfach die kollegen des aggressiven... wenn dem so ist, bleibt zu hoffen, dass er welche hat, und wenn nicht, dass er solche findet - an einer goa beispielsweise...?
:?:
nur haben seine kollegen mehrere vorteile, die wir, als für ihn fremde, nicht direkt haben. sie kennen ihn und seine macken, d.h. sie wissen wie mit ihm umgzugehen ist. und sie sind mit grosser wahrscheinlichkeit freunde/bekannte, zu denen er eine positivere beziehung hat, als zu der person die er im moment angiftet.
genau das ist es, was man mit integration in die szene beschreiben kann: sich dazugehörig fühlen - sich nicht ständig umdrehen zu müssen, aus lauter misstrauen - pure freude an der party und den menschen empfinden zu können.
du hast sicherlich recht, man muss es denjenigen einfach versuchen schmackhaft zu machen, sofern sie denn ein gewisses empfängnispotential dazu überhaupt entwickelt haben.
womit wieder der "humanitäre auftrag" am horizont erscheint :lol:
Vertrauen ist die größte Selbstaufopferung.
(Friedrich Hebbel)
das_auge_gottes
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Beitrag von das_auge_gottes »

Fallen Angel hat geschrieben:aber gehen wir das mal in gedanken durch: wie würde es sich anfühlen, jemandem mit zuneigung zu begegnen, der einem eigentlich so richtig auf die eier geht? jemand der aggressiv, gemein, und fies ist. jemand der einem all die gute stimmung versaut. wenn man ihm ins gesicht schaut und denkt, hey du mensch, schlechten tag gehabt? und ihm dann ein lächeln zuwirft, kein auslachendes, sondern ein freundliches lächeln, ein lächeln, dass die sonne rauskommen lässt, ihm zeigt, dass er als mensch akzeptiert wird, der schwäche zeigt (die aggression), als mensch der er im moment ist und als der mensch der er sonst ist (wenn er nicht aggressiv ist). ihm auf sanfte weise zu sagen, hey, was is denn los? so schlimm?
also bei den stressköpfen, die mir im ausgang so begegnen, würde das so anfühlen: BAAAM, und schon hast du ein knöchelsandwich zwischen den zähnen. vielleicht noch mit dem kommentar "was grinsisch so doof du schwuchtle?"
esst mehr schwein, es schmeckt so fein!
Fallen Angel

Beitrag von Fallen Angel »

@auge
ich hab schon befürchtet, dass du dich gar nicht mehr meldest *grins*

es braucht mal eine gegenstimme, wir reden von frieden und liebe und niemand beklagt sich?

es ist sicherlich so, dass es wege geben muss, mit leuten auf freundliche Weise umzugehen, die man nicht so toll findet, und sie auch zu integrieren, denn so entsteht vielleicht auch eine art gemeinschaft.

aber: es gibt auch die leute, die wirklich fies und gemein sind, und sich auch nicht ändern würden, wenn man ihnen gegenüber friedlich bleibt. wie soll man mit "aggressoren" verfahren?

ist es - kritisch hinterfragt - nicht manchmal so, dass gewisse leute einfach nur stress machen wollen, und sind diese menschen nicht tatsächlich eine gefahr für jede form von zusammenleben? menschen die eine perverse art der freude am leid anderer haben, und nichts lieber täten, als den leuten kummer zu bereiten?

wie "liebt" man so jemanden? und ist das überhaupt die richtige "lösung"?
Fallen Angel

Beitrag von Fallen Angel »

vielleicht hilft es der diskussion wenn wir uns einmal in einen menschen hinein versetzen, der aggressiv ist.

als erstes mal, warum ist er aggressiv? möglich, dass er lange zeit keinen job gefunden hat, etwas, das viel mehr an die Psyche eines Menschen, seine Selbstachtung und so weiter geht, als es jenen denkbar erscheint, die immer einen job gehabt haben. Dann hat er nun vielleicht einen job gefunden, bei dem er nicht glücklich ist, weil es einfach scheisse ist, was er tut, und überhaupt nicht das, was er machen wollte. dann geht er zum FCZ-Fanclub findet dort etwas das ihm gefällt, und ist glücklich und zufrieden - bis er merkt, dass die gegnerischen Fans nach einem verlorenen spiel dumme sprüche machen, er findet das echt nicht gut, es kratzt wieder an seinem selbstbild, er findet doch den fcz gut, was erlauben die sich eigentlich, als ob er was dafür könnte, und so schlägt er mal drein, um zu zeigen, fuck nochmal, SO lass ich nicht mit mir reden! blöder arsch. und dann ist er zu hause und fängt an zu heulen, denn er ist doch nicht so einer der drein schlägt, ja hei nochmal, was war dass denn, er ist wohl doch so n'richtiger scheiss kerl und wieder sinkt seine selbstachtung, und dann hört er von nem kolleg, dass es goapartys gibt, da sind alle akzeptiert, niemand wird ausgegrenzt, ja auch wenn einer fehler hat, das ist okay, und so geht er mit seinen ausgangsklamotten (er will ja einen guten ersten eindruck hinterlassen) des samstags in den wald und was tut man so allein im wald, denn man kennt ja keinen und ja dann trinkt man mal eins und man kennt noch immer niemanden, und dann hört er wie einer dieser unglaublich netten leute sagt "gopf immer mehr von diesen scheiss typen mit sonnenbrille und diese klamotten, passt ja schonmal gar nicht, schade, die szene ist nicht mehr wie früher" und er denkt sich "wa'?!" und der alk tut sein übriges und er merkt wie er wieder in die selbtzweifel fällt weil doch eigentlich war er doch hier weil er hier einfach mal sein darf? und dann stinkt ihn einer noch blöd an, die blicke, die er sich zugeworfen sieht, sind bestenfalls zweifelnd, ja vielleicht sogar - ja hat der da nicht ihn sogar ausgelacht, was glaubt der scheiss hippie eigentlich….? und er fühlt sich wie ein verletztes tier, nirgends gehört er dazu, niemand mag ihn, dann sollen sie doch sehen wo sie bleiben und er ist bereits wieder aggressiv und es kümmert ihn auch einen scheiss. und wenn ihn dann noch einer blöd anmacht, so im stil von, hey bis mal e chli weniger aggro, dann ist es dann halt einfach zu spät.

und das kann nur durch friedliches akzeptieren, voller zuneigung zum mensch hinter den klamotten, durch respekt für sein dasein und durch ein aufnehmen in die gemeinschaft gelöst werden. manche nennen das PLUR - andere gesunden menschenverstand.
juxeii
Beiträge: 36
Registriert: Di 5. Dez 2006, 19:09
Wohnort: Ulm

Beitrag von juxeii »

ob das hineinversetzen anhand eines von unendlich vielen szenarios dabei etwas hilft ist fraglich. denn die funktionalität die wir erreichen wollen, ist doch lediglich ein angenehmeres partyklima als vorher zu schaffen.

ist schon ein witziger gedanke: sprich mal so einen typen(typin *g*) an mit "was ist falsch gelaufen in deinem leben?" :-D :-D :-D :-D :-D
weitere einzelheiten von durchgedrehten hinrzellen erspar ich mir.

aber dein aufgezeigtes szenario entspricht m.e. nach schon einem gewissen erwartungswert. vielleicht nicht auf alle fälle korrekt wiedergegeben in den einzelheiten, aber der rote faden stimmt.

greetz
Vertrauen ist die größte Selbstaufopferung.
(Friedrich Hebbel)
ProTecT
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Registriert: Mo 10. Sep 2007, 16:49

Beitrag von ProTecT »

satropa hat geschrieben: Zum Thema Security: ich habe habe schon sehr kompetente Security erlebt, die haben absolut keine Aggressivität ausgestrahlt und mann/frau ist sich echt gut aufgehoben vorgekommen (dmt-party-security)...
Schön, wenn's positives Feedback gibt - vielen Dank für Dein Kompliment! Ich werde es meinem Team gerne weiter leiten...

Gewalt und Aggression sind Themen, mit denen ich mich sehr interessiert auseinander setze. Sie sind wohl nicht zuletzt so erschreckend, weil man in unserer Gesellschaft versucht, deren Existenz nicht wahr zu haben und deren "natürliches" Auftreten in der realen Lebenswelt zu verdrängen. Vielleicht schreibe ich später mal mehr zu dem Thema...

Grüsse, und geniesst einen - friedlichen - Abend.
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