Hierzu möchte ich jetzt auch mal etwas loswerden und versuche mich so kurz und vorsichtig wie möglich auszudrücken.subconsciousmind hat geschrieben: Ich möchte niemanden verletzen, wirklich nicht, und als Beispiel für die meisten DJs das Set von Pinky und Brain erwähnen welches eigentlich genau so war wie 70% der Sets. Pinky, Brain. Ihr seid wirklich zwei tolle, charismatische Figuren und ich weiss, dass ihr euch in der Szene sehr engagiert und jeder Goaner schuldet euch Dank und Respekt. Leider muss ich sagen, die Musik, die ihr auflegt ist in meinen Augen so extrem mittelmässig wenn nicht sogar unterdurchschnittlich. Ein Lied klingt wie das andere, von Spirit oder Psychedelic kann nicht die Rede sein, ein Aufbau wie der andere und jedes Lied endet mit diesem typischen "Goaton" nach dem letzten break "dadadadada" ihr wisst sicher welchen ich meine, der Ton halt mehr nacht Techno klingt aber in 70% der Lieder an dieser GOAParty vorkam. Klar ihr kommt und kamt trotzdem gut an, doch das hat meiner Meinung nach vorallem drei Günde. 1: Eure Ausstrahlung, 2. Die Stimmung der Party die, auch durch eure Präsenz positiv beeinflusst wird, welche dann die Wahrnehmung der Musik der Leute positiv beeinflusst. 3. Die Tatsache, dass die meisten gar nicht wissen was es sonst noch für Musik gäbe, die leider von sozusagen niemandem gespielt wird und deshalb kann eure (für mich) Mittelmässigkeit für andere das Maximum sein.
Ich meins wirklich nicht böse und finde euch tolle und sympatische Typen, das möchte ich einfach gesagt haben.
Macht euch doch mal diesen Gedanken: Ihr kennt das doch, ihr geht an Parties und seht immer wieder die gleichen Leute, mit einigen redet ihr, die andern kennt ihr einfach.. halt die wunderbare Goa Familie. Ich gehe seit 10 Jahren an Parties und kann sagen, dass ich kein einziges Gesicht mehr sehe, welches ich vor 5 oder 10 Jahren gesehen habe. Die Szene wechselt sich regelmässig aus. Die einzigen die Lange dabei bleiben, sind diejenigen die aktiv sind DJs, Orgs, etc.(klar gibt es wenige Ausnahmen) Alle andern steigen früher oder später aus. Die meisten die ich kenne weil ihnen die Musik nicht mehr gefällt, weil es einfach immer das gleiche ist. Warum? Weil genau solche Musik wie Pinky und Brain und viele andere DJ gespielt haben nun mal extrem einfacher, anspruchsloser fast schon stumpfsinniger Goa ist. AnfängerGoa, gut zum einsteigen. Wer grad dazu kommt, ein zwei Jahre dabei ist, fährt noch drauf ab, doch nach einer Weile... Das ist nicht nur im FullOn so, sondern auch im Progi und Dark. Wenn man neu in einen Style reinkommt oder neu ist in der Szene fällt man noch drauf rein, doch mit der Zeit durchschaut man es um merkt wie dämlich und unabwechslungsreich viele Musik eigentlich ist und dann verlässt man die Szene, weils nichts anders gibt, oder wechselt in ein anders subgenre (progi dark fullon) welches man dann eine Weile lang als das einzig wahre bezeichnet, einem dann früher oder später auch ausfährt weil man es ebenso durchschaut
.. dabei geht es doch um die Musikalische Qualität der EINZELNEN Lieder und es gäbe in jedem GoaSubGenre mehr als genug viel forgeschrittenere Psychedelische Musik, welche einen Anfänger vielleicht etwas überfordert aber dafür viel länger Spass macht und eine Weiterentwicklung ermöglicht, welche im Goa bisher hauptsächlich nur oberflächlich, technisch, stilistisch stattfindet aber nicht musikalisch.
DJs, ganz besonders führende wie P&B sollten meiner Meinung nach die Gäste ruhig mal ein bischen mehr herausfordern und Musik präsentieren die nicht einfach nur nach dem Prinzip "fetter bass, treibender Ton, break, trance arpegio" funktioniert und die Szene so musikalisch weiterentwickeln lassen. Anfängern und Speed und Koks Konsumenten würde das vielleicht nicht so gefallen, doch mit der Zeit würden auch die lernen wie man die Musik hören müsste.
DJs haben auch eine Erziehungsfunktion, nicht nur die Funktion das zu spielen was den meisten gefällt. Manche Lieder funktionieren nicht gleich beim ersten mal, sondern müssen immer wieder herangetragen werden.
Meiner Meinung nach ist es nicht Sinn und Zweck einer Goaparty, dass gesamte Publikum als fachlich versierte Psylite auszubilden.
Ich finde etwas unpassend, die Leute dazu zu drängen, psychedelische Tanzmusik auf einer fast schon wissenschaftlichen Ebene zu erleben, und jene die sich einfach nur zu treibenden Beats und dynamischen springenden Basslines entspannen wollen, die Musik leben, spüren, in Bewegung umsetzen wollen, zu Musikkonsumenten mit einem qualitativ minderwertigen Musikverständnis herabzudegradieren. Das ist ziemlich intolerant. Niemand hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und den Alleinanspruch auf die Beurteileung was guter Psy-Sound und schlechter Psy-Sound ist. Es würde einfach helfen die Musik etwas wertfreier zu sehen. Denn genau sollte im Idealfall eine alternative Subkultur ausmachen. Wenn jemand für sich persönlich "Neo-Fullon" als psychedelisch empfindet,dann ist das seine persönliche Empfindung die zählt und wir brauchen keine selbsternannten Psy-Qualitätsmanager die eineme Subgenre in unserer Szene ein psychedelisches Gütesiegel verpassen.
Das was die oldskool-Fraktion immer als "hoch psychedelisch" lobt, taugt mir persönlich einfach nicht auf dem Dancefloor - klar ist Roots Goatrance oder was auch immer komplexer aufgebaut, strukturiert Aber ich persönlich finde auf dem Dancefloor einfach mehr Zugang zu kräftigem, neuartigen Fullonsound, der mir ein viel intensiveres psychedelisches Tanzerlebnis beschert, da ist es mir dann auch egal ob der Aufbau der Tracks vorhersagbarer ist. Aus dem Wechselspiel von Musik und Bewegung entstehet für mich ein hochpsychedelisches Tanz&Trance-Erlebnis - ich bin mit satten Basslines nach Tonika-Dominante-Subdominante Aufbau und softwaregeloopten Synthiesequenzen und Effekten einfach viel mehr gekickt als auf einem Roots Floor wo ich das Gefühl habe der Musik fehlt Power - ist für mich einfach so und ich hab auch keine Lust mir von irgendwelchen Besserwissern dann erzählen zu lassen dass mein Musik- und Tanzerleben niveaulos ist. Pinky&Brain gehen gut ab, machen ne sympathische Show, aber sie schaffen es auch vor allem durch ihre Trackselection den Floor in ein total ausgelassenes losgelöstes Treiben zu verwandeln, und schaffen dadurch einen total positiven Energiefluss über den ganzen Floor, für alle, die Teil dieses Treibens sind und sich damit identifizieren können. Darum geht es meiner Meinung nach. Music as a universal language. Deshalb hat sich diese Art von FullOn, und auch der Counterpart von Progressive auf den Floors durchgesetzt - weil der einzelne leicht und schnell Zugang in die Musik findet.
Wenn eure so qualitativ hochwertige Psy-Definition wirklich so über alles erhaben wäre, dann hätte sie nie durch den neuartigen Psy-Sound ersetzt werden können.
Wenn ich einfach nur tief psychedelischen Sound als musikalishe Reise erleben möchte,dann setz ich mir Kopfhörer zu Haus auf und leg eine CD von Pete Namlook ein. Das ist dann für mich Sound wor ausschieslich der psychedelisce Hörgenuss im Vordergrund steht. Aber aufdem Floor möchte ich abgehen und nicht ständig damit beschäftigt sein hände- und füsseringend Zugang zur Musik zu finden.
Es gibt Parties mit Roots und Oldskool Floors (z.b. die ganze Freitagnacht auf der Spiritual Healing, aber ich hab nicht dass Gefühl dass da bessere Vibes für den "wahren Psy" herrschen.
Komplizierte Naturgesetzte sind auch nicht haltbar, wenn für sie eine einfachere,aber genauso effiziente, wenn nicht gar effizientere Eklärung gefunden wird. Obwohl die Erklärung einfacher erscheint, wirkt sie auf das meschliche Verständnis viel überwältigender.
Natürlich muss man sich dennoch der Gefahr der Stagnation des Sounds bewusst sein, doch auch hier regelt sich die Szene von selbst. Wenn ein bestimmtes Grundsystem zu sehr ausgereizt wurde, kommen automatisch neue Einflüsse aus anderen Stilen rein ... es ist eine ständige Evolution.
Dass es nur sehr wenige Fraggles gibt, die wirklich länger als 10 Jahre oder in der Szene richtig aktiv bleiben hat meiner Meinung nach ganz andere Gründe:
a) Wenn man szenetypisch lebt, verlangt einem das ganze Psy-Ding sehr viel ab. Viele finden auf Dauer die Balance zwischen Psy und ihrem restlichen Leben nich und müssen dann früher oder später diese Orte für immer verlassen
b) Zu viele sind total auf das fixiert, wie sie Psy zu Anfang kennengelernt haben. Aber die Musik entwickelt sich weiter ... und spätestens nach ein paar Jahren entsteht eine "früher-war-alles-besser-fraktion", deren anhänger sich gegenseitig in dieser überzeugung hochschaukeln und somit die Open-Minded für neuen Sound komplett verloren geht. Stattdessen wird nur noch gemeckert, man wird überheblich,schaut herablassend auf die "frische Generation" und macht sie verantwortliche für das Verschwinden des eigentlichen "wahren" Goasounds
Im Endeffekt glaube ich dass Musikevolution ihren eigenen Weg geht und sich unserem Einfluss entzieht. Man kann diesen Weg mitgestalten,ihn auschmücken, aber nicht den Kurs ändern.
just my 2 cents





