sogar 2 Tage
Gibts doch noch ne Zoom dieses Jahr ...
freu ...



http://pro.zoom-party.ch/pages/main/gae ... ort02.shtmLiebe Pinboarders
Nachfolgend nehme ich Stellung zu den aufgeworfenen Fragen und Bemerkungen.
Die Zoom wuchs, ohne dass dies geplant gewesen wäre, von Jahr zu Jahr und wir gaben unser Bestes, uns an die Erfordernisse von Besucherzahl und den Problemen mit der Stadt anzupassen. Natürlich kann man sich streiten, welche Parties schöner oder familiärer sind, doch die Street Parade gibts nur einmal im Jahr, und wenn man dann so vielen Leuten eine gute Zeit und ein besonderes Erlebnis bescheren kann, stellt sich diese Frage eigentlich nicht, da noch 51 weitere Wochenenden im Jahr für kleine Parties zur Verfügung stehen. Wir vermissen es auch, mehr familiäre Parties zu veranstalten, doch die Zoom wurde zum Ganzjahresprojekt und hat in den letzten vier Jahren die meiste Kapazität beansprucht. Zudem werden inzwischen so viele Parties in der Schweiz veranstaltet, dass wir nicht mehr befürchten mussten, dass den Leuten etwas fehlt, wenn es weniger Happy People Parties gibt.
Das Organisieren der Zoom wurde immer anspruchsvoller und wäre nicht mehr als Feierabend Projekt zu bewerkstelligen gewesen. Obwohl nie Kapital für Vorbereitungsarbeiten vorhanden war, wurden diese jedes Jahr auf eigenes Risiko geleistet. Dasselbe gilt für die nötigen Vorinvestitionen, die jeweils bei Privatpersonen ausgeliehen und der Zoom zur Verfügung gestellt wurden. Da versteht es sich von selbst, dass man bei einem finanziellen Erfolg der Veranstaltung, ohne schlechtes Gewissen, wie die über 350 Mitarbeiter, einen Lohn für die geleistete Arbeit beansprucht. Sonst hätte es nie eine Zoom gegeben, weil sich keiner die nötige Vorbereitungszeit hätte leisten können. Das hat nichts damit zu tun, mit welcher Motivation die Sache angepackt wird, sondern nur mit der erforderlichen Professionalität.
Da es nicht die Absicht war, das spezielle Wochenende der Street Parade für Happy People alleine zu beanspruchen, kam es zur Vereinsgründung zusammen mit anderen Zürcher Organisatoren. Dies bewirkte im Endeffekt, dass viele Leute mitredeten, die Organisation hinter den Kulissen von Jahr zu Jahr ineffizienter wurde und viele Mitglieder lauthals übermässig mitverdienen wollten. Das ganze endete im Jahr 2001 tatsächlich in der Situation, dass die Mehrheit der Mitglieder des Vereins die Zoom als Selbstbedienungsladen missbrauchten und die Party mit einem Verlust endete! Die erträgliche Schmerzgrenze wurde damit bei weitem überschritten und so war die Konsequenz, dass sich Happy People Ende 2001 von diesen Partnern trennte.
Insofern kann man nicht abstreiten, dass die Zoom zeitweise für die Mehrheit der Organisatoren einen zunehmend kommerziellen Charakter hatte. Doch wenn man die Einkünfte an den Aggressionen der Kritiker messen würde, sind sie absolut lächerlich. Wir haben jedes Jahr das Risiko eines Verlustes von über einer halben Mio. SFr. privat auf uns genommen und in den vier Jahren, die einen Gewinn brachten (1997 bis 2000), nicht einmal die Hälfte davon verdient. Wohlgemerkt: verdient heisst als Lohn für drei bis acht Monate Vollzeitarbeit, je nach Mitglied, was in vier Jahren Zoom ca. 50 Monatslöhne ausmacht. Wäre es nie zu einem Vereinsprojekt gekommen, hätte man, nach meiner Schätzung, mit den fünf Schönwetter-Zooms, unter optimalen Umständen, gerade mal die Hälfte des Defizits von diesem Jahr als Rückstellung für diesen Fall bereitstellen können. Dies ist wahrlich kein gewinnorientiertes Projekt!
Es ist einer enormen Willenskraft und Aufopferungsgabe zu verdanken, dass trotz Schulden und ohne jegliches Kapital, nach dem sowohl moralisch wie auch finanziell schwierigen Jahr 2001, wieder eine Zoom in Angriff genommen werden konnte. Dies ist das Resultat einer ungebremsten Leidenschaft für das Zoom-Festival und dem Wissen, dass es endlich eine Chance gab, hinter den Kulissen für Harmonie zu sorgen, damit diese auch das Publikum wieder begeistern kann. Was als Neuanfang für ein idealistischeres und menschlicheres Zoom-Festival geplant war, wurde bekanntlich vom Wetter und der Baupolizei zunichte gemacht.
Wenn ich feststellen muss, dass viele Leute davon ausgehen, dass unsere Aktivitäten in erster Linie kommerzieller Natur sind, ist mir diese Sichtweise verständlich, da es als Aussenstehender schwer ist, die wahren Verhältnisse zu beurteilen und wir in einer Welt leben, wo sich eh alles ums Geld dreht. Doch in Wahrheit wird dabei das kulturell und sozial orientierte Engagement und die damit verbundenen Entbehrungen mit Füssen getreten, und viele reagieren ihren kleinlichen Neid in haltlosen Unterstellungen ab. Offensichtlich leben wir in einem Land, wo man möglichst viele Leute an solchen Parties zusammenbringen muss, damit etwas menschlichere Werte irgendwann Bedeutung finden und Ignoranz und Missgunst langfristig keine Chance mehr haben werden...
Jürg
(Happy People Productions)

